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Hypo zurück im Plus

Von Stefan Melichar

Wirtschaft

30 Prozent der Kredit faul - zuletzt jedoch Besserung. | Bank zahlt Kärnten keine Provision für Landeshaftung mehr.


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Wien.  Es ist ein kleines Plus, aber ein Plus. Nach drei Jahren in der Verlustzone ist die Hypo Alpe Adria in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Der Halbjahresgewinn betrug 71,6 Millionen Euro, wobei ein Sondereffekt aus der Bewertung eigener Anleihen mit 66,4 Millionen Euro positiv zu Buche schlug. Aussagekräftig ist laut Hypo-Chef Gottwald Kranebitter ein Gewinn von 5,2 Millionen Euro für die Ende 2009 wegen Milliardenverlusten notverstaatlichte Bank.

"Das ist ein Meilenstein auf dem Weg zum Ziel, den in der Vergangenheit entstandenen Schaden zu minimieren", so Kranebitter. Während im Vorjahreszeitraum noch zusätzliche Vorsorgen für faule Kredite im Ausmaß von 667,1 Millionen Euro gebildet wurden, waren es nun nur 134,9 Millionen Euro. Ende Juni waren 30,2 Prozent aller vergebenen Kredite faul und weitere 22,1 Prozent bankintern unter Beobachtung. Das absolute Volumen der faulen Kredite reduzierte sich jedoch von Mai auf Juni erstmals wieder - und zwar von 9,7 auf 9,6 Milliarden Euro.

Ziel bleibt "Nulllinie"

Bei der Hypo hofft man, dass damit der Höchststand an faulen Krediten überschritten ist. Angesichts großer Unsicherheiten, was das Marktumfeld anbelangt, will Kranebitter keine Prognose für das Gesamtjahr abgeben. Ziel sei jedoch weiterhin das Erreichen der "Nulllinie".

In Einklang mit den erwarteten EU-Auflagen ist die Hypo dabei, ihre Geschäftstätigkeit massiv zu reduzieren. Unter anderem sollen für die österreichische und italienische Tochterbank innerhalb von 18 Monaten Käufer gefunden werden.

Die Sanierung schlägt sich in einer Zunahme der Rechtsstreitigkeiten nieder. Die Bank hat - in Abstimmung mit dem Bund - per Ende 2011 ihre Haftungsprovisionsvereinbarung mit dem Land Kärnten gekündigt. Dabei geht es um einen hohen zweistelligen Millionenbetrag, den die Bank nicht mehr bezahlten möchte. Die Hypo geht davon aus, dass die Landeshaftung für 19,1 Milliarden Euro schwere Verbindlichkeiten der Bank - welche Kärnten im Ernstfall wohl gar nicht abdecken könnte - dennoch bestehen bleibt und stellt sich auf einen Rechtsstreit mit dem Land ein. Diesen gibt es bereits mit der BayernLB. Die beiden Banken wollen vom Handelsgericht Wien geklärt wissen, welche Zinsen die Hypo auf Kreditlinien der Ex-Konzernmutter zahlen muss. Dazu kommen zahlreiche Rechtsstreitigkeiten in Zusammenhang mit früheren Geschäftsfällen.