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IAEO entdeckt im Iran neues bombenfähiges Uran

Von Ines Scholz

Politik

Im Iran ist laut einem vertraulichen IAEO-Bericht weiteres waffenfähiges Uran entdeckt worden, das offensichtlich im Land selbst hergestellt wurde.


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Wie aus dem der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Bericht hervorgeht, wurde das 36-prozentige Uran-235 in einer Einrichtung in Farajand sichergestellt. Dies gilt als Beleg, dass der Iran selbst waffenfähiges Material produziert. Teheran soll auch bereits zugegeben haben, Teile für Zentrifugen zur dessen Herstellung im Ausland gekauft zu haben.

Die IAEO (Internationale Atomenergieorganisation) könne nun nicht mehr von bisherigen iranischen Erklärungen ausgehen, wonach das atomwaffenfähige Material bereits an aus Pakistan gelieferten Bauteilen gehaftet habe, erklärten Diplomaten in Wien unter Berufung auf den Bericht. Dies hatte Teheran bei den zwei bisherigen gemachten Funden behauptet - sowohl bei jenem in der Anreicherungsanlage Natans als auch bei dem in einem Elektrikunternehmen in Teheran.

Und sie tut es auch im jüngsten Fall: Irans Atombeauftragter Hassan Rowhani erklärte am Mittwoch, die in Farajand entdeckten Spuren des Urans seien ebenfalls "mit importierter Ausrüstung" ins Land gelangt, namentlich aus Pakistan. Die Ausrüstung habe Teheran über einen Mittelsmann auf dem internationalen Atom-Schwarzmarkt gekauft. "Wir haben keine geheimen Atomaktivitäten".

Der brisante Bericht von IAEO-Chef Mohammed el Baradei wurde den 35 Mitgliedern des Gouverneursrats zugeleitet, der am 14. Juni in Wien tagen wird. Dabei wird das persische Atomprogramm vermutlich im Mittelpunkt stehen. In dem Bericht wird die Regierung in Teheran ansonsten ausdrücklich dafür gelobt, dass sie den IAEO-Inspektoren Zutritt zu verschiedenen Atomforschungszentren gegeben habe, wenngleich er deutlich macht, dass es in einigen Fällen "Schwierigkeiten" bei der Koordination von Inspektionen in militärischen Einrichtungen gegeben habe.

Der Iran hatte erst im vergangenen Dezember das so genannte Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet, das es zur Offenlegung seiner Forschungspläne und Einrichtungen verpflichtet. Vor allem die USA beschuldigen den Iran, heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten.