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In Zentralasien tummeln sich bekanntlich eine ganze Reihe aus dem Erbe der Sowjetunion stammende Staaten, deren Existenz sich der gängigen Allgemeinbildung hartnäckig entzieht. Gelegentlich erreichen die Außenwelt kuriose Nachrichten, die meist mit einem Kopfschütteln quittiert werden. So etwa aus Turkmenistan. Der dortige mehr oder weniger absolut agierende Herrscher, Staatschef Gurbanguli Berdimuchamedow, hat die Nase voll davon, dass im Fernsehen Unanständigkeiten gezeigt werden. Daher ist es ab sofort verboten, Sex und "schlechte Angewohnheiten" in den Medien zu zeigen. Der autoritäre Staatschef unterzeichnete am Wochenende ein Gesetz, das erotische Inhalte im Staatsfernsehen künftig verbietet.
Nach welchen Kriterien Inhalte in Radio- und Fernsehen künftig im Sinne des Jugendschutzes als "pornografisch" oder "sexuell-erotisch" eingestuft werden sollen, bleibt offen. Sex-Szenen werden künftig jedenfalls noch strenger zensuriert. Was genau die "schlechten Angewohnheiten" sind, bleibt rätselhaft. Kenner gehen davon aus, dass damit das Rauchen gemeint sein könnte, zumindest gab es kürzlich eine staatliche Anti-Raucherkampagne. Ganz allgemein wird den Rundfunksendern aufgetragen, "ein positives Bild von Turkmenistan" zu zeigen.
Das ist nur konsequent. Wenn sich die blühenden Landschaften schon nicht von selbst einstellen wollen, so will man sie wenigstens im Fernsehen sehen. Mit Realität und Wahrheitsgehalt im Fernsehen nehmen es schließlich auch westliche Präsidenten mittlerweile nicht weiter ernst.

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