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Ich will, aber ich kann nicht

Von Christoph Rella

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Was haben Lindsey Vonn, Ester Ledecká und Anna Veith aktuell gemeinsam? Von ihren Trophäen bei Weltcup, WM und Olympia abgesehen? Sie sind in ihren Heimatländern, und nicht nur da, bekannte Stars, die den Vergleich mit den sonst im Sport (Fußball, Formel 1, etc.) dominierenden Herren sowohl in sportlicher als auch in finanzieller Hinsicht nicht zu scheuen brauchen. Die Konten sind mit Preis- und Werbegeldern gefüllt, und wo sie auftauchen, bilden sich bisweilen Schlangen, die auf ein Selfie oder Autogramm hoffen. Auch wenn sie etwas zu einem Thema zu sagen haben, dann hat das Gewicht.

Ob es aber dabei bleibt, ist mit Blick auf die (unterschiedlichen) Herausforderungen, welche die drei Damen in den kommenden Wochen und Monaten zu meistern haben, keineswegs sicher. Zwar hat Vonn am Freitag neuerlich bestätigt, dass diese Saison ihre Letzte sein wird, von einem lockeren Abschwung kann aber angesichts ihres doch ziemlich langen Krankenakts und der großen Gefahr einer neuerlichen Verletzung nicht die Rede sein. Den Winterauftakt ganz anders vorgestellt hat sich wohl Ledecká, die, anstatt sich auf den Sport konzentrieren zu können, aktuell mit Tschechiens Skiverband ums Sponsorengeld streiten (und um ihre Startberechtigung zittern) muss. Und von beiden Problemen ein Lied singen kann gar Veith, die nicht nur mit ihrer Form hadert, sondern auch mit dem ÖSV so ihre Sträuße ausgefochten hat. Was, wenn sie nicht wieder zur alten Konstanz findet?

Der Druck, der auf dem Top-Trio lastet, ist groß. Sie wollen, aber können aus unterschiedlichsten Gründen nicht. Es gibt keine schwierigere Herausforderung für eine Athletin.