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Seit die Studiotechnik ein Niveau erreicht hat, dass sich sogar aus den berüchtigten Dissonanzen der Hobbysängerin Florence Foster Jenkins ein astreines Klassik-Album basteln ließe, muss man fragen: Nützt die Musikindustrie ihr Potenzial mit letzter Konsequenz? Beileibe nicht. Auch nicht, was "neue" Alben toter Rock/Pop-Künstler betrifft.
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Gewiss, man hat das - posthum erkannte - Genie Falco mit Neuveröffentlichungen gehuldigt. Man hat Rohmaterial ausgebuddelt, das John Lennon in seiner Hausmann-Phase vielleicht absichtlich zwischen Kochen und Kiffen liegen ließ, Rohmaterial, das Michael Jackson vielleicht nicht einmal seinen Haustieren vorgespielt hätte. Auf eines hat man aber bisher vergessen: Dass sich aus all den lukrativen Toten auch eine Supergroup formen ließe. Mit Lennon, Elvis, Jim Morrison, Freddie Mercury, Kurt Cobain. Natürlich: ein makabrer Gedanke. Und kaum pietätvoll. Doch wohl nur die letzte Konsequenz einer Leichenfledderei, mit der eine kriselnde Musikindustrie um Schadensbegrenzung bemüht ist.
Wobei der Tod, der die hohen Verkaufszahlen zeitigt, de facto eigentlich gar nicht nötig wäre. Denn wer heute gut, morgen mau verdient, könnte sich auch einfach tot stellen. Und unverdrossen weiter aufnehmen. Womit die Kassa weiterklingelt. Und Geld für Archiv-Recherche und Sound-Bearbeitung gespart wird.
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