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Im Brennpunkt: Nur Leid

Von István Orbán

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Der mittwöchige "Brennpunkt" in ORF 2 war diesmal nichts anderes als die Verlängerung der Hauptmeldungsgruppe der ZiB 2 bis zur ZiB 3 um Mitternacht: Kosovo.

"Wer Gewalt sät . . .", hieß der erste Beitrag, mit dem Zusatz "Angst in Mazedonien". Die es gibt, weil es Minderheiten gibt, aber keine Minderheitenpolitik. Da macht der heranbrandende

Flüchtlingsstrom aus dem Kosovo eben Angst. Und die Reaktionen darauf sind entsprechend: Verwandte dürfen keine Flüchtlinge mehr bei sich aufnehmen, und zuletzt wurden auch die Grenzen dichtgemacht.

· Absurde Welt: Die einen werden zur Verwirklichung großserbischer Gelüste systematisch vertrieben, fliehen zum anderen, worauf der Angst bekommt vor großalbanischen Ideen. Die es erleiden, haben

aber wohl weder Gelüste noch Ideen, nur die Sehnsucht nach Ruhe und Frieden.

Der zweite Beitrag hieß "Die NATO mit 50", beschäftigte sich aber auch recht eingehend mit deren aktuellem Wirken. Die bemerkenswerteste Feststellung daraus: Die NATO-Partner haben mit der

Flüchtlingsentwicklung im Kosovo in diesem Ausmaß nicht gerechnet. · Auch das birgt etwas Absurdes.

Im ZiB 3 dann gab es ein Interview mit Robert McNamara, US-Verteidigungsminister während des Vietnamkrieges. Und der sagte einen Satz, der in vielen Amtszimmern an die Wand geschrieben werden sollte:

Konfliktparteien müssen lernen zu verstehen, wie viele Ziele sie gemeinsam haben.