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David Cronenberg war wieder einmal in veritabler Schimpflaune. Dass der Filmregisseur mit seiner Meinung über andere Kollegen nicht hinterm Berg hält, ist nicht neu. Einmal hat er bei einem Interview die Frage nach Regisseur M. Night Shyamalan brüsk abgeschmettert mit den Worten: "Ich hasse ihn. Nächste Frage." Nun hat er in einem Interview ein neues Opfer gefunden: Stanley Kubrick. "Shining", findet Cronenberg, ist kein besonders guter Horrorfilm. Überhaupt habe Kubrick das Horrorgenre nicht verstanden, und außerdem habe Kubrick ja, anders als er selbst, mit seinen Produktionen immer auf kommerziellen Erfolg geschielt.
Das überrascht. Mit Steven Spielberg hätte man Stanley Kubrick ("A Clockwork Orange"!) bisher nicht so ohne weiteres verwechselt. Aber gut, vielleicht hat Cronenberg einfach eine sehr niedrige Erregungsschwelle. Über die Oscars hat der Kanadier zum Beispiel einmal gesagt: "Alles Bullshit."
Das belegt zwar die hübsche Grafik, die das britische Magazin "Delayed Gratification" nach einer ausführlichen Recherche veröffentlicht hat, nicht hundertprozentig. Aber vielleicht ein bisschen. Der Grafik zufolge, die alle Schauspiel-Oscargewinne seit 1928 berücksichtigt, hat man mit einer Sexszene so gut wie keine Chancen, einen Preis zu bekommen. Kurios freilich ist, dass das Match "Priester gegen Prostituierte" zugunsten Letzterer ausfällt. Vier Oscars für solche Rotlicht-Rollen stehen drei Oscars im Klerikalbereich gegenüber. In Hollywood dürfen offenbar nur Prostituierte ausgezeichneten Sex haben.
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