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Im Garten der Kleinkunst

Von David Axmann

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"Schön ist, Mutter Natur, deiner Erfindung Pracht": so besang der klassische Klopstock hymnisch die Schöpfung. Heutzutage schlägt ein Naturfreund andere Töne an, zumal wenn er Karl Ferdinand Kratzl heißt und Co-Autor eines ORF-Drehbuchs ist. "Was tun Sie gegen die Viecher (nämlich Maulwürfe)?", fragte der eine (Gartenbesitzer der peniblen Art). "Leben lassen", erwiderte der andere (sein ökologisch denkender Nachbar). Und als eine Bierfalle aufgestellt wurde, fragte der andere: "Ist das ein toter Igel?" Des Nachbars Antwort: "Na, der schlaft nur sein Rausch aus."

In der "ersten 'Universum'-Produktion mit Spielfilmdimension" stand also ein "Techno-Fan" einem "Öko-Freak" gegenüber, und auf verlorenem Posten, denn die "Message" lautete: Vielfalt statt Einfalt, Nutz- statt Ziergarten. Die Kratzl'schen Dialoge, allzu sehr um einen humorvollen Grundton bemüht, stelzten in heiterer Aufklärungsabsicht durchs Naturbild; das hätte peinlich ausgehen können, wäre nicht der eine von Erwin Steinhauer verkörpert worden und der andere von Alfred Dorfer.

Vielleicht macht das Beispiel Schule. Gibt es doch noch andere wichtige Lebensthemen, die man dem Fernsehpublikum durch kabarettistische Vermittler nahe bringen kann. Gunkl etwa behandelt das Verkehrsproblem ("Wäre es verkehrt, dass, wenn weniger Straßenverkehr verkehrte, mehr Menschen es täten, auf allen Verkehrsflächen unter großzügiger Berücksichtigung der gängigen Verkehrszeichen und -regeln?"), Resetarits widmet sich dem Thema Asylpolitik ("Tschuschn, Tschuschn samma alle") und Hader propagiert die Gesundheitsvorsorge ("Hab ein Herz für deine Leber").