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Ein Raubtierkäfig in der Zirkusmanege. Die Scheinwerfer gehen an, alle Augen sind auf die mächtigen Großkatzen gerichtet. Gleich zwei Könige der Tiere mit ihren imposanten, stolzen Mähnen werden erwartet. Alles ist wie gewohnt, gleich geht es los. Doch Halt! Da läuft etwas schief. Die Löwen laufen in das Gehege, doch es fehlt der Dompteur!
Szenario eins: Die Tiere stürzen sich ohne Kompromisse aufeinander, zerfleischen einander nach Herzenslust. Pranken fliegen, gefletschte Zähne blitzen, lautes Gebrüll lässt das Zelt erzittern. Endlich ist da niemand, der diese tierischen Urinstinkte zu zähmen und zu kontrollieren versucht. Es kann nur einen König geben. Der Stärkere siegt nach einem harten, blutigen Gemetzel, der andere kann die Arena kaum aus eigener Kraft verlassen. Es bleibt ihm maximal das wehleidige Lecken seiner Wunden.
Szenario zwei: Die Löwen schleichen herein. Ein kurzer Blick auf den Gegner, ein Gähnen, ein langer gelangweilter Blick durch die Zuseherreihen. Und dann einfach nichts mehr. Jeder der vermeintlichen Kontrahenten verzieht sich in eine Ecke, dreht sich langsam im Kreis, um das imaginäre Steppengras zu glätten, und versinkt in einen gemütlichen Dämmerschlaf.
Am Sonntag lädt ATV die beiden Hofburg-Kandidaten Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer zum TV-Duell. Die beiden werden alleine im Studio sein, 45 Minuten lang, ohne Moderatorin. Inhaltliche Vorgaben gibt es nicht. Szenario drei: Die Löwen führen ein gepflegtes, amikales und höchst philosophisches Gespräch darüber, wie schön die Welt ohne den lästigen Dompteur ist.

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