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Immer weniger Arbeitsplätze bei den Industrieunternehmen

Von Rosa Eder

Wirtschaft

436.000, 421.000, 415.000: In der Industrie gehen immer mehr Arbeitsplätze verloren, wie die Entwicklung der vergangenen drei Jahre verdeutlicht. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Erst ein Produktionswachstum von über 3% hätte positive Auswirkungen auf die Beschäftigungslage, führte Wolfgang Damianisch, Geschäftsführer der Bundessparte Industrie in der Wirtschaftskammer, gestern in einer Pressekonferenz aus.


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Damianisch erwartet für heuer eine Zunahme der Industrieproduktion um 1% bis 1,5%, nach "plus/minus Null" im vergangenen Jahr. In einer Analyse der einzelnen Quartale zeigte sich für das 1. Quartal 2003 ein Produktionsrückgang von 1,3%, gefolgt von minus 1,9% im 2. Quartal. Im 3. Quartal gab es wieder ein Plus von 2,6%, und auch für die letzten drei Monate des Vorjahres deuten die Berichte der einzelnen Industriebranchen auf eine Fortsetzung der Konjunkturerholung hin.

Obwohl der Trend nach oben weist, sei Euphorie fehl am Platz, so der Spartenobmann. Jubelmeldungen aus den einzelnen Branchenverbänden gibt es fürwahr nicht. So verlief in der papiererzeugenden Industrie das 4. Quartal 2003 anhaltend schwach, die Auftragslage war weiterhin unbefriedigend. Dasselbe vermeldet auch die Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Ledererzeugende und Lederverarbeitende Industrie sprechen hinsichtlich der Auftragslage von geringen Veränderungen, während die chemische Industrie 2003 als Jahr mit gedämpfter Wirtschaftsentwicklung bezeichnet. Hingegen entwickelte sich etwa die Bauproduktion für den Hoch- und Tiefbau weiter positiv. In der Gießerei- und in der Metallindustrie herrscht Tendenz zur Besserung. Große Bereiche der Fahrzeugindustrie melden für das 4. Quartal steigende Auftragseingänge, und auch in der Maschinen- und Stahlbauindustrie erwarten eine Belebung der Produktion.

Emissionshandel: Vorgehen mit Augenmaß gefordert

"Wir verlangen, dass man hier mit Augenmaß vorgeht", sagte Damianisch zu den laufenden Branchenverhandlungen um die Zuteilung von CO2-Zertifikaten für den künftigen Emissionshandel. "Early mover", die bereits Investitionen in energiesparende Anlagen getätigt haben, seien bei der Zuteilung der Zertifikate besonders zu berücksichtigen.