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Immofinanz sieht sich als klassisches Übernahmeziel

Von Karl Leban

Wirtschaft

Vorstandschef plädiert für starke Kernaktionärsgruppe. | Wien. "Wir sind das klassische Ziel für eine Übernahme", sagt Immofinanz-Chef Karl Petrikovics. So wie bei anderen Immobilien-Firmen ist der Börsenkurs auch bei der hochprofitablen Immofinanz seit dem Vorjahr tief im Keller. Petrikovics: "Wer uns jetzt kaufen würde, erwirbt ein Vermögen mit 50 Prozent Abschlag."


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Eine feindliche Übernahme mit anschließender Zerschlagung - etwa durch einen renditehungrigen Hedge-Fonds - ist deshalb nicht auszuschließen. Petrikovics wünscht sich daher ebenso wie der kürzlich groß eingestiegene österreichische Investor Rudolf Fries (8,6 Prozent) eine starke Kernaktionärsgruppe: "Alles über 25 Prozent würde bereits eine hohe Stabilität in die Gesellschaft bringen."

Dividenden künftig höher

Wertsteigernd - sowohl für die Immofinanz als auch ihre Tochter Immoeast - sieht Petrikovics den jüngst angekündigten Kauf des Immobiliengeschäfts der Constantia Privatbank: "Es wird von der Stunde Null an einen positiven Einfluss auf Gewinn und Cash-Flow geben." Beim betrieblichen Ergebnis stellt er jährliche Zusatzeffekte von 80 bis 100 Mio. Euro in Aussicht. Und für die Immofinanz-Aktionäre sollte bei den Dividenden - heuer werden voraussichtlich 40 Cent pro Anteil gezahlt - ein "höheres Ausschüttungspotenzial von 25 Prozent" möglich sein.

Kernpunkt des 440 Mio. Euro schweren Deals ist der Wegfall der Managementgebühren, die bisher Jahr für Jahr an die Constantia entrichtet werden mussten (zuletzt waren es 87 Mio. Euro). Mit der Ablöse der Managementverträge ist dieses Thema in Hinkunft passé - so wie demnächst bei Meinl European Land. Für zusätzliche Ertragsfantasie sorgen daneben auch die neu dazukommenden Immobilienaktivitäten der Constantia. Die erweitern das bis dato auf Immobilien-Investments beschränkte Geschäft um eine Reihe von Dienstleistungen (wie etwa Hausverwaltung, Vermittlung oder Fondsmanagement).

Aus für "Golden Shares"

Zum Abschluss bringen will Petrikovics die Transaktion noch im dritten Quartal. Im Juli stimmen die Aktionäre über den Deal ab, mit Problemen rechnet Petrikovics nicht. Detail am Rande: Die zuletzt ins Gerede gekommenen "Golden Shares", jene sechs Namensaktien im Besitz der Constantia Privatbank, die Nominierungsrechte für den Immofinanz-Aufsichtsrat verbrieft haben, werden abgeschafft.