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Mit dem Kauf der Bundeswohnungen wurde die Immofinanz zu einem der größten heimischen Wohnungsbesitzer. Buwog und der 56%-Anteil an der ESG Villach brachten dem börsenotierten Unternehmen einen Zuwachs von rund 28.000 Wohnungen mit einer Nutzfläche von 1,5 Mill. m². Die dazugehörigen Baulandflächen betragen 4 Mill. m², sie stellen laut Immofinanz "einen beachtlichen Wert dar, der für ertragsstarke Neubauten verwendet oder Gewinn bringend verkauft werden kann".
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Die Immofinanz konnte sich mit der Buwog den größten Brocken des Wohnungsgesellschaftspakets (mit Buwog, WAG Linz, ESG Villach und EBS Linz) sichern, das vom Bund Anfang Juli verkauft wurde. Weiters wechselten auch 56% der Villacher ESG in den Bestand des Immobilienriesen. WAG und EBS Linz sowie der verbleibende ESG-Anteil gingen an die anderen Mitglieder des Konsortiums aus Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, Hypo Oberösterreich, Oberösterreichische Versicherung, und Wiener Städtische Versicherung.
Für Immofinanz-Chef Karl Petrikovics soll der Deal mehrfachen Nutzen bringen. Einerseits konnte der Wohnungsbestand mit einem Schlag verzehnfacht und von 3.500 auf 32.000 Einheiten erhöht werden. Andererseits will Petrikovics, dessen Portfolio nun mit einer neue Immobilienkategorie bereichert wurde, die Kompetenz der Buwog beim Lukrieren von Wohnbaufördermittel nutzen. "Wir wollen wie gemeinnützige Gesellschaften mit Förderungen bauen," bestätigt er auf Anfrage der "Wiener Zeitung". Damit wird die Immofinanz im Ringen um Fördermittel künftig eine entscheidende Rolle spielen.
Der gut eingeführte Name Buwog soll beibehalten werden, auch geht Petrikovics davon aus, dass die Zentrale am Hietzinger Kai bleibt, nachdem die Büros erst adaptiert wurden. Er ist sichtlich erfreut, dass er Konkurrenten wie die CA Immobilien, Goldman Sachs und Colliers Collumbus sowie Blackstone und Conwert erfolgreich aus dem Rennen drängen konnte. Der neue Buwog-Besitzer ist zuversichtlich, dass die Erträge gesteigert werden können: "Der Kauf ist ein Gewinn für die Immofinanz und ihre Aktionäre, weil mit der Buwog über viele Jahre stabile und gute Renditen zu erwirtschaften sind." Die Bewertung der Buwog wird für die Immofinanz von Wolfgang Foglar-Deinhardstein, Leiter der Sektion V im Wirtschaftsministerium, vorgenommen.
Büros in Wien wieder gefragt
Doch nicht nur der Wohnungsmarkt wird von der Immofinanz massiv bearbeitet. Büros, die in den letzten Jahren als kaum vermittelbar galten, bekommen neue Attraktivität. "Die Leerstände werden in nächster Zeit abgebaut sein", ist Petrikovics sicher. "Das ist für uns eine interessante Entwicklung." Und diese wurde seiner Meinung nach durch die Steuerreform extrem begünstigt. Große internationale Konzerne würden überlegen, ihren Sitz nach Wien zu verlagern. Deshalb werde die Immofinanz nach der Flaute wieder verstärkt in Büroimmobilien investieren. Derzeit laufen Verhandlungen über einen 25.000 m² großen Neubaukomplex. Andere Objekte stehen auf der Wunschliste.
Der Schwerpunkt weiterer großer Zukäufe liegt in Zentraleuropa. Wobei nach Budapest - dort boomt derzeit der Büromarkt - und Prag künftig Warschau und Bukarest die bevorzugten Standorte sind. Ein Engagement in Sofia schließt Petrikovics vorerst aus. Interessant wäre die Türkei, es gebe einen entscheidenden Nachteil, dort seien sehr aggressive Immobilienentwickler am Werk, denen die heimischen schwer das Wasser reichen könnten.
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