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Impfen heißt Menschenleben retten - jeder Tag zählt

Von Pamela Rendi-Wagner

Gastkommentare
Pamela Rendi-Wagner ist Klubobfrau der SPÖ.

Je länger wir uns bei der Corona-Impfung Zeit lassen, desto größer ist die Gefahr von Mutationen.


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Wir müssen so rasch wie möglich so viele Menschen wie möglich impfen. Und mehr sinnvoll testen. Denn nach wie vor sterben täglich Menschen an Corona.

Die Impfung ist unsere einzige Chance, den Spieß umzudrehen und das Coronavirus in den Griff zu bekommen. Sie ist die einzige Chance, dass sich unser Leben wieder in Richtung Freiheit und Normalität bewegt. Die Impfung ist auch die einzige Chance, weiteren wirtschaftlichen Schaden und die dramatisch steigende Arbeitslosigkeit zu stoppen. Ein Zögern hingegen schwächt die Impfbereitschaft und erhöht das Risiko von Virusmutationen. Deshalb muss Geschwindigkeit aufgenommen und der Impfturbo eingeschaltet werden. Das ist eine riesengroße Verantwortung. Diese Chance darf die Regierung nicht verspielen.

Es ist absolut unverständlich, warum die Bundesregierung 100.000 bereits gelieferte Impfstoffe tagelang gebunkert und nicht verimpft hat. Und das, während Tausende erkranken und es viele Todesfälle gibt. Das versteht niemand. Die Bundesregierung hätte auch Monate Zeit gehabt, sich auf die größte Impfaktion, die dieses Land je gesehen hat, sorgfältig vorzubereiten. Bereits Anfang November war klar, welcher Impfstoff Ende des Jahres zur Verfügung steht. Spätestens da hätten konkrete Planungen zur Impfung beginnen müssen. Dass es auch anders geht, zeigt etwa Israel. Israel hat innerhalb einer Woche eine Million Menschen geimpft. Die Menschen brauchen auch Klarheit und wollen wissen, wann und wo sie geimpft werden. Bis heute existiert keine zentrale digitale Möglichkeit, um sich zu Impfprogrammen anzumelden. Es gibt auch keine Daten, wie viele Impfstoffe es wo in Österreich gibt und wie viele Menschen schon geimpft wurden. Andere Länder zeigen auch hier vor, wie es geht: Deutschland und Italien etwa haben längst tagesaktuelle Dashboards zur Impfung, die über den Impf-Fortschritt informieren. Das ist auch ein Anreiz und ein Erfolg, den es aufzuzeigen gilt. Jeder Mensch, der in Österreich geimpft wurde, ist ein Schritt in Richtung Freiheit und Normalität. Der wirksamste und beste Impfstoff ist aber wertlos, wenn er nicht verimpft ist. Das ist ein Wettlauf mit der Zeit, denn je länger wir uns Zeit lassen, desto größer ist die Gefahr von Mutationen. Das muss die Regierung erkennen.

Um sicher durch die nächsten Monate zu kommen, bis wir eine schützende Durchimpfungsrate haben, braucht es auch eine vernünftige, umfassende, neue Teststrategie für die Zeit nach dem Lockdown. Neben "Impfen, Impfen, Impfen" heißt es in den nächsten Monaten auch "Testen, Testen, Testen". Wenn man Schnelltests richtig und vernünftig einsetzt, können sie bis zur Impfung ein Schlüssel zur Viruskontrolle sein. Die Tests müssen zu den Menschen kommen - ins Wohnzimmer, in die Betriebe.

Uns stehen sehr wichtige Monate bevor. Entscheidend dafür, dass wir ohne weiteren Lockdown durch die nächsten Monate kommen, ist mehr sinnvolles Testen und mehr Tempo und Klarheit beim Impfen.