)
Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 14 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.
Darauf haben viele gewartet: "Twitter-Stil entlarvt falsche Promis", wurde kürzlich gemeldet. Eine deutsche Wissenschafterin soll eine Methode gefunden haben, wie man unterscheiden könne, ob Kurznachrichten von Britney Spears persönlich stammen oder vielleicht doch von ihrem umfangreichen Mitarbeiterstab. Zum Beispiel vom Soletti-Parallel-Ausrichter, Rum-in-den-Tee-Schütter oder was so Stars sonst alles als Personal haben. Man kann sich wirklich nicht um alles selber kümmern.
Ei der Daus, möchte man da in Microblogging gebotener Kürze ausrufen. Wie das? Die Methode hat die Wissenschafterin bedauerlicherweise nicht verraten. Vermutungen, es könnte sich um Unterschiede der Sattelfestigkeit in der Orthographie handeln oder um Wortschatz-Defizite (der aktuelle Untertitel von Spears’ Twitter-Konto lautet übrigens: "It’s Britney, bitch"), werden hier also nicht bestätigt. Das wäre wirklich zu tendenziös.
Irgendwie rührend ist dabei aber, dass ernsthaft davon ausgegangen wird, dass die Musik- bis Hollywood-Prominenz ihre Mininachrichten tatsächlich selbst verfasst. Menschen, die selbst nicht mal SMS beantworten, glauben, dass Lady Gaga ihre Millionen Fans mehrmals am Tag persönlich bezwitschert. Dass die mit ihren falschen Fingernägeln wohl kaum sinnvolle Buchstabenfolgen tippen kann, ist unerheblich. Aber gilt es hier nicht auch? Man soll den Menschen ihren Glauben nicht nehmen.

)
)
)