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In Bollywood gibt es noch Kavaliere

Von Christina Böck

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Endlich ist wieder Internationaler Frauentag. Da bringen dann immer viel beachtete Menschen Schlaues zum Thema Gleichstellung zur Kenntnis. Der Preis für die obskurste Wortmeldung geht heuer an Bollywood-Star Shah Rukh Khan. Er, ganz Kavalier, will in Zukunft Schauspielerinnen den Vortritt lassen. Nicht beim Buffet. Oder gar bei der Gehaltsauszahlung. Nein, bei seinen Filmen sollen im Abspann die weiblichen Hauptdarstellerinnen vor ihm genannt werden. Das ist ja total lieb. Aber auch total daneben, wenn man bedenkt, dass Frauen in Indien bekanntlich wirklich andere Probleme haben.

Apropos Filmstars. Mindestens drei prominente Damen haben sich - mit etwas Verzögerung - über den Brüste-Song in der Oscar-Show echauffiert. Der erstaunliche Rechercheaufwand, den die Komponisten da geleistet haben, um alle Schauspielerinnen herauszufinden, deren Busen schon einmal auf der Leinwand zu sehen war, wurde weder von Jamie Lee Curtis noch von Geena Davis noch von Jane Fonda gewürdigt. Warum man nicht die in Filmen gesehenen Gemächte auch vorsinge, fragte Letztere, ganz im Gleichstellungsgedanken. Nun, weil es dann wohl sehr kurz wäre. Also, das Lied.

Für Aufregung sorgt derzeit auch ein Kinder-T-Shirt mit dem Aufdruck: "In Mathe bin ich nur Deko." Das Versandhaus hat den Fehler gemacht, es einem Mädchen anzuziehen. Nun wird mokiert, das sei sexistisch. Das ist dann schon so ein bisschen das Shah-Rukh-Khan-Phänomen: Das Leiberl kann man sicher auch einem rechenschwachen Burschen anziehen. Wenn sich alle Sexismen so leicht lösen ließen.