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In den Download getrieben

Von Bernhard Baumgartner

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Die US-Fernsehserie "Game of Thrones" ist ein neuerlicher Erfolg für den für seine hochklassigen Serien bekannten amerikanischen Pay-TV-Sender HBO. Die Fantasy-Sendung ist sogar derart erfolgreich, dass sich an ihr eine grundsätzliche Debatte entzündet: 25 Millionen (illegale) Downloads hat es schon gegeben, was zeigt, dass die Sendung in Beliebtheitssphären vorstößt, die es in dieser Form selten gab. Das ist nicht gut. Problem Nummer 1: Von den Downloads hat der Sender nichts, da sie illegal sind. Problem Nummer 2: Es gibt in Europa aber momentan keine legale Möglichkeit, die in den USA laufende zweite Staffel legal zu sehen. Man kann nur entweder noch Monate warten, bis der Sender endlich bereit ist, die Blu-Ray-Box zu verkaufen. Oder man wartet bis Ende Mai, wenn sie bei Sky ins Pay-TV kommt - zwei Monate nach dem Start in den USA.

So lange sind viele Fans offenbar nicht mehr zu warten bereit. Man möchte nicht in Europa ständig als Zuseher zweiter Klasse behandelt werden, der monatelang geduldig zu sein hat, bis endlich irgendein Sender bereit ist, die Serie - vielleicht noch in einer albernen deutschen Synchronisation - zu spielen. Da man aber andererseits keine Möglichkeit anbietet, die Serie legal zu erwerben, treibt man die Fans gewissermaßen mit voller Absicht zu den illegalen Downloads. Vielleicht ist nun der Punkt erreicht, an dem auch den Studiobossen klar wird, dass die Zuseher eine Globalisierung des TV-Marktes erzwingen, wenn man nicht bereit ist, legale Kaufmodelle zu entwickeln.