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Die Krise in Europas Landwirtschaft und die Diskussion um Übergangsfristen am Arbeitsmarkt sind schuld daran, dass in den EU-Kandidatenländern die Skepsis gegenüber einer Mitgliedschaft in der Union zunimmt.
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In Estland würden nach jüngsten Daten derzeit 57 Prozent der Wahlberechtigten im Falle einer Volksabstimmung gegen einen EU-Beitritt stimmen. Seit August vergangenen Jahres ist die Zahl der Befürworter von 46 auf 36 Prozent gesunken und die Zahl der Gegner von 41 auf 53 Prozent gestiegen. Von den Wählern, die laut eigenen Angaben sicher an einer Volksabstimmung teilnehmen wollen, würden 57 Prozent gegen die EU-Mitgliedschaft votieren, 43 Prozent würden mit Ja stimmen. Der Meinungsumschwung hin zu einem negativen Votum ist über die Winterzeit eingetreten, und die Tendenz gegen die EU ist in Estland seitdem weiter gestiegen.
Von der EU-Agrarkrise in Folge des Rinderwahnsinns (BSE) und der Maul- und Klauenseuche (MKS) ist auch die Landwirtschaft in dem baltischen Land nicht verschont geblieben. Zudem habe der Export massiv subventionierter EU-Landwirtschaftsprodukte teilweise zu einem Zusammenbruch der estnischen Herstellung geführt, kritisierte in der Vergangenheit Außenminister Toomas Hendryk Ilves. Die Einbußen in der Agrarproduktion führten - wenig verwunderlich - besonders im ländlichen Raum zu einer EU-Ablehnung.
Die tendenziell abnehmende Pro-EU-Haltung zeichnet sich in allen Kandidatenländern ab. Mehrheitlich für eine Mitgliedschaft würden sich derzeit Polen (55), Ungarn (65) und Russen (54 Prozent) aussprechen, hat eine zu Monatsbeginn veröffentlichte Umfrage der Central European Opinion Research Group (CEORG) ergeben (die "Wiener Zeitung" berichtete). In Tschechien würden 45 Prozent, in Litauen 49 Prozent für den EU-Beitritt votieren. In Slowenien ist die EU-Zustimmung im April (verglichen zum März) um rund
10 Prozentpunkte auf 48,3 Prozent (von 59,2) gesunken. In Polen - dem größten Beitrittskandidaten - ist seit 1994 die Akzeptanz eines EU-Beitritts von 77 auf 55 Prozent gefallen. Gleichzeitig ist der Anteil der Beitrittsgegner von 6 Prozent auf 30 Prozent gestiegen.
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