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In der Formel 1 gibt’s kein Leo

Von Christoph Rella

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Wie wird man in der Formel 1 einen erfolgreichen Konkurrenten los? Vor allem, wenn dieser das bessere Auto hat? Antwort: Man ändert einfach die Spielregeln - und schon sieht die Welt anders aus. Allein, fair ist das nicht.

Jahrelang war über eine Reform der Königsklasse, bei der man dem Gebot der Nachhaltigkeit, der Fairness, der Sicherheit und der Umweltverträglichkeit Rechnung tragen wollte, heftig gestritten worden. Was dabei herauskam, ist bekannt: zusätzliche Gänge, weniger Spritverbrauch, leisere Motoren sowie - dank massiver Eingriffe bei der Aerodynamik - gedrosselte Geschwindigkeiten.

Dass es trotz aller Vorzüge Kritik an diesem System gab und gibt, war vorauszusehen, weniger erquicklich ist allerdings, dass das Gejammere nach wie vor anhält.

Dabei ist das Motiv, warum man die Reform am liebsten wieder rückgängig machen will, wie das etwa die FIA derzeit bei ihrem Weltratstreffen in Marrakesch diskutiert, ein anderes: Neid.

Weil Mercedes seine Chance genutzt, früh und intelligent in die komplexe wie komplizierte Hybridtechnologie investiert hat und noch dazu Fahrer engagiert hat, die das Werkel auch zu lenken verstehen, erntet der von den Österreichern Toto Wolff und Niki Lauda gemanagte deutsche Rennstall böse Blicke und muss nun, sollte es - wie von Ferrari betrieben - Änderungen geben, auch noch um seine Früchte bangen.

Auch wenn eine Reform der Reform aus heutiger Sicht nicht realistisch scheint, so zeigt diese Posse dennoch, wie es um das Verständnis von Demokratie und Fairness bei der Konkurrenz von Mercedes bestellt ist. Zuerst die Regeln machen und dann "Leo" schreien, das geht nicht.