Zum Hauptinhalt springen

In der Sauna mit willigen Russen

Von Christina Böck

Kommentare

Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 10 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Da kann man noch so abschätzig vom Welttag der Bonbonniere reden und Anti-Valentinstags--Karten mit grantigen Katzen und erschossenen Amor-Engerln verschicken: Kaum ein Anlass beflügelt Studienautoren so wie der kommerziell verwertete Feiertag der Liebe. Meistens sind es die Partnersuch-Agenturen, die tröstliche Umfragen zum Liebesleben publizieren. Obwohl, tröstlich... Im Vorjahr ermittelte eine Affärenagentur, dass die Geschlechter den Valentinstag unterschiedlich begehen: Männer geben doppelt so viel Geld für ihre Frau aus, während Frauen den Tag zum Fremdgehen nützen. Aber die wirklich wichtigen Fragen werden erst jetzt beantwortet. Mit erbitterter Hartnäckigkeit versucht der Hotelguide Wellness Heaven seine bereits im Dezember mit bescheidenem Erfolg lancierte Studie über Flirtverhalten im Wellnessurlaub an den Mann zu bringen. Also gut.

Der Umfrage zufolge flirten die Österreicher am liebsten in der Sauna. In der gemischten. In der sehr gemischten: Denn dort finden sich auch die flirtwilligen Russen. Ausgeklügelt, in der Sauna sieht man ja auch gleich, was man kriegt. Den Franzosen findet man dort nicht, der braucht zum Anbandeln nicht etwa Kleidung, sondern ein Essen. Im Restaurant trifft der Franzose auf den Italiener, bei dem auch nichts ohne anständige kulinarische Begleitung geht. Das ganze Mitleid gebührt den Schweizern, die am liebsten im Garten flirten - das will sonst keiner. Dabei können ihnen aus sicherer Entfernung aber die Briten zuschauen, die es am liebsten gleich in der Lobby machen.

Und da dachten manche, Wellness ist zum Erholen da.