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Indexschwergewichte als Zugpferde

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Der Wiener Aktienmarkt ist in der abgelaufenen Woche wieder in Schwung gekommen. Dabei haben sich die Indexschwergewichte - allen voran die Erste Bank - als Zugpferde bestens bewährt. Auch Telekom Austria leistete ihren Beitrag, der aber gegen Wochenschluss etwas die Luft ausgegangen ist.


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Der Blick über die Grenzen stimmte die Investoren froh, denn sowohl in den USA als auch in Europa scheint die Konjunktur schön langsam in Schwung zu kommen. Ökonomen sprechen derzeit aber eher noch von Belebung als von einer Erholung. Die Unsicherheit vor Beginn der Berichtssaison über das 3. Quartal ist einem Optimismus gewichen, was auch durch gute Zahlen von Yahoo und SAP unterstützt wurde. Der durch den schwachen Dollar verursachte Höhenflug des Euro hat zumindest teilweise seinen Schrecken verloren. Viele Unternehmen profitieren sogar vom Eurohöhenflug, vor allem solche, die in Dollar einkaufen, aber in Euro verkaufen. Das internationale Börsenumfeld, vor allem in der zweiten Wochenhälfte, unterstützte den Aufwärtstrend in Wien. So kletterten der amerikanische Dow Jones und der Londoner FTSE 100 kurzzeitig auf neue Jahreshöchststände.

An der Wiener Börse verbesserte sich der Leitindex ATX um 1,48% und ging mit dem höchsten Tagesschluss von 1.379,22 Punkten ins Wochenende. Der den Gesamtmarkt repräsentierende WBI erhöhte sich um 1,5% auf 563,51 Zähler. Wien war damit etwa gleich auf mit der Deutschen Börse, hat sich aber besser entwickelt als der Dow Jones Euro Stoxx 50, der weitgehend unverändert geblieben ist.

Im prime market der Wiener Börse zog Wolford bei lebhaften Umsätzen überraschend stark um 14,1% auf ein neues Jahreshoch an. Mit einem Plus von rund 83% seit Jahresbeginn zählt die Aktie zu den Top-Performern in Wien. Das Schwergewicht Erste Bank stieg zwar weniger spektakulär (+5,1%), dafür aber kontinuierlich und erreichte am Freitag ebenfalls ein neues Jahreshoch. Nach der Kauf-Empfehlung von UBS mit einem Kursziel von 105 Euro orteten Wertpapierhändler verstärkte Nachfrage internationaler Investoren. Fester notierten in der Berichtswoche auch Mayr-Melnhof (+4,3%), Rosenbauer (+3%), Telekom Austria (+2,4%), BETandWIN.com (+2,2%) und Palfinger (+1,9%). Telekom Austria ist nach einem stärkeren Anstieg immer wieder rückschlagsgefährdet, was auch in der abgelaufenen Woche zu beobachten war. Mayr-Melnhof erreichten am 9. Oktober mit 85,15 Euro ein neues Jahreshoch, korrigierten danach aber etwas. BA-CA geben voraussichtlich am 14. Oktober ihr Debüt an der Warschauer Börse. Die vom Markt erwartete Belebung durch das Doppellisting ist vorläufig zumindest kaum aufgefallen. Deutlich schwächer notierten Eybl International (-9,1%) und Topcall (-4,2%). Nachgegeben haben auch Constantia-Verpackungen (-2,4%), Head (-2,2%), VA Tech (-2%) und voestalpine (-1,9%).

Bei den im standard market zu fortlaufenden Kursen gehandelten Werten setzte SW Umwelttechnik ihren Höhenflug fort (+9,3%) und erreichte mit 23,50 Euro ein neues Jahreshoch. Freundlich präsentierte sich auch Porr Stamm (+3,3%). Zuwachs erhielt der standard market continuous durch die Notierungsaufnahme der Hypo Real Estate der HVB Group, die mit 11,90 Euro eröffnete und die Woche mit 13,25 Euro schloss. Im standard market auction verbesserten sich webfreetv um 8,3% und VKW um 7,2%, während Vogel & Noot Vorzug um 12,2% und Frauenthal um 8,2% zurückfielen.

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift "bankundbörse"