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Indien: Unruhen im Punjab - Generalstreik angekündigt

Von WZ Online

Politik

Neu-Delhi. Nach der Schießerei in einem Wiener Sikh-Gebetshaus ist es noch am Sonntagabend in der nordwestindischen Provinz Punjab zu gewaltsamen Protesten von Anhängern der Sikh-Glaubensströmung Dera Sachkhand gekommen. Die Gläubigen blockierten eine Autobahn, beschädigten drei Autobusse und setzten ein Fahrzeug in Brand, nachdem sich die Nachricht verbreitet hatte, dass bei der Schießerei der Anführer der Sikh-Bewegung, Sant Niranjan Dass, zu Schaden gekommen sei, berichtete die "Times of India" in ihrer Internetausgabe.


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Anhänger der Sekte und Dalit-Aktivisten ("Unberühbare") hätten die Autobahn 1 in der Stadt Phagwara fast eine Stunde lang blockiert, um gegen den Zwischenfall in Wien zu protestieren. Einige Protestierende hätten Fahrzeuge mit Steinen beworfen und dabei drei Busse beschädigt. Im Ort Buta Mandi hätten Anhänger der Glaubensrichtung einen abgestellten Lastwagen in Brand gesetzt. Bei dem Zwischenfall im Wiener Gebetshaus waren elf Menschen verletzt worden.

Der Sikh-Sekte gehören vor allem Dalits ("Unberührbare") an, da sie gegen das in Indien immer noch weit verbreitete Kastensystem kämpft. Augenzeugenberichten zufolge waren die Angreifer in dem Wiener Gebetshaus Sikhs aus höheren Kasten, die dem Guru vorwarfen, das Heilige Buch der Religionsgemeinschaft zu missachten.

Die Anhänger der bei der Wiener Schießerei schwer verletzten Prediger Sant Niranjan Dass und Sant Rama Nand kündigten für Montag einen Generalstreik im gesamten indischen Bundesstaat Punjab an, berichtete der Internetdienst "Punjab Newsline". Sollten die Verantwortlichen nicht innerhalb von zwei bis drei Tagen dingfest gemacht werden, werde es einen eintägigen Generalstreik in ganz Indien ("Bharat Bandh") geben, drohten die Protestierenden, mehrheitlich Dalit-Aktivisten ("Unberührbare").

"Die Polizei hat Mühe, die Situation unter Kontrolle zu halten", schreibt der Internetdienst. In einigen Teilen der am stärksten von den Protesten betroffenen Stadt Jalandhar wurde bereits eine Ausgangssperre verhängt, nachdem hunderte Dalits auf die Straße gegangen waren. Sie schlugen die Scheiben von Dutzenden Autobussen ein und blockierten praktisch alle Zufahrtsstraßen zum von 800.000 Menschen bewohnten Regionalzentrum.