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Indigene klagen Kanada an

Von Klaus Huhold

Politik

Aktivist: Ottawa verhindert | UN-Deklaration für indigene Völker. | Wien. "Wir sollten Kanada nicht erlauben, seine Macht zu nützen, um auf Kosten der indigenen Bevölkerung zu leben", meinte d er Menschenrechtsaktivist und ehemalige Häuptling der Shuswap aus der kanadischen Provinz British Columbia, Arthur Manuel, am Freitag bei einem Wien-Besuch. Hintergrund: Ottawa sperrt sich gegen eine Deklaration der UNO für die Rechte indigene Völker.


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Zunächst wurde die Deklaration noch vom UN-Menschenrechtsrat angenommen. Doch wurde eine Abstimmung über die Deklaration in der UN-Vollversammlung verhindert, da Namibia mit Unterstützung anderer afrikanischer Staaten überraschend einen Abänderungsantrag eingebracht hatte. Manuel vermutet, dass die kanadische Regierung über die Entwicklungshilfe Druck auf die afrikanischen Staaten ausgeübt hat.

Dahinter stünden wirtschaftliche Interessen: Denn die Deklaration beinhalte Bestimmungen über kollektive Landrechte oder die Nutzung von natürlichen Ressourcen. Doch vom Profit des Holzschlags beispielsweise würde die indigene Bevölkerung in British Colombia derzeit keinen Cent sehen, berichtet Manuel. Die Indigenen würden daher in Armut leben.

Der Aktivist hofft nun, dass die europäischen Staaten, die die Deklaration unterstützen, die afrikanischen Länder wieder für diese gewinnen können.