Zum Hauptinhalt springen

Inflation schon sechs Monate in zweistelliger Prozent-Höhe

Von Karl Leban

Wirtschaft

Mit 11,0 Prozent verharrte Österreichs Teuerungsrate auch im Februar auf einem Extrem-Niveau.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 1 Jahr in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Die Entspannung an der Preisfront lässt weiter auf sich warten. Auch im Februar blieb Österreichs Inflationsrate in lichten Höhen. Zwar sank sie laut einer ersten Schätzung der Statistik Austria geringfügig, doch mit 11,0 Prozent lag sie im Jahresabstand weiterhin im zweistelligen Prozent-Bereich – und das bereits den sechsten Monat in Folge. Somit erweist sich der massive Preisauftrieb hartnäckiger als erwartet. Der bisher höchste Wert in der aktuellen Teuerungswelle entfiel mit 11,2 Prozent auf den Jänner.

Der Chef der Statistik Austria, Tobias Thomas, begründet die anhaltend hohe Inflationsrate vor allem mit den gestiegenen Preisen für Nahrungsmittel und Haushaltsenergie sowie in der Gastronomie. Österreich ist derzeit mit der stärksten Teuerung seit mehr als 70 Jahren konfrontiert. Noch im Februar 2022 war vieles – insbesondere Strom, Gas und Lebensmittel – deutlich billiger als jetzt.

Willst du diesen Inhalt sehen? Gib den anderen Cookies grünes Licht.

Wiener Zeitung Logo

Cookie Einstellungen

Ohne Cookies funktioniert die Website wienerzeitung.at nur eingeschränkt. Für eine sichere und einwandfreie Nutzung unserer Website werden daher technisch notwendige Cookies verwendet. Für die Darstellung von Inhalten von Drittanbietern (YouTube und APA) werden Session-Cookies gesetzt. Bei diesen kann eine Datenübermittlung in ein Drittland stattfinden. Ihre Einwilligung zur Setzung genannter Cookies können Sie jederzeit unter "Cookie Einstellungen" am Seitenende widerrufen oder ändern. Nähere Informationen zu den verwendeten Cookies finden sich in unserer Datenschutzerklärung und in unserer Cookie-Policy.

Technisch notwendig
Youtube
Andere

Volkswirte gehen davon aus, dass sich die starke Inflationsdynamik noch im Laufe des heurigen Jahres abschwächen wird. Auch, weil Basiseffekte zum Tragen kommen. So waren etwa Benzin und Diesel nach Russlands Invasion in der Ukraine sowie im vergangenen Sommer weit teurer als zum jetzigen Zeitpunkt. Allein dieser Umstand sollte in den kommenden Monaten eine dämpfende Wirkung auf die Inflation haben.

Überraschend hartnäckig zeigt sich der heftige Preisauftrieb aber auch in der Eurozone. Hatte die durchschnittliche Inflationsrate im Jänner 8,6 Prozent betragen, lag sie im Februar nach einer Schnellschätzung des EU-Statistikamtes Eurostat mit 8,5 Prozent lediglich um einen Hauch darunter. Ökonomen, die von der Nachrichtenagentur Reuters befragt worden waren, hatten mit einem stärkeren Rückgang – konkret mit einem um 0,4 Prozentpunkte – gerechnet.

Ähnlich wie in Österreich befeuerten auch im Euroraum die Preise für Energie und Lebensmittel die Inflation. Dienstleistungen wurden ebenfalls deutlich teurer und gehörten damit zu den größten Treibern.

Staatshilfen befeuern Inflation in Österreich besonders

Dass Österreichs aktuelle Inflationsrate deutlich – gleich um 2,5 und 2,3 Prozentpunkte – über dem Durchschnittsniveau der gesamten Eurozone beziehungsweise Deutschlands liegt, führen Fachleute neben strukturellen Eigenheiten der heimischen Wirtschaft vor allem auch auf die massiven Staatshilfen zurück, die hierzulande großteils nach dem Gießkannen-Prinzip erfolgt sind. Mit Blick auf die starke Teuerung sollten diese Hilfen die Privathaushalte und Unternehmen zwar entlasten. Allerdings haben sie auch Unmengen an Geld in Umlauf gebracht und die Nachfrage damit künstlich befeuert.

Die anhaltend hohe Inflation im Euroraum setzt die Europäische Zentralbank (EZB) unterdessen weiter unter Druck, mit kräftigen Zinserhöhungen gegenzusteuern. Seit der Zinswende im Juli 2022 haben die Währungshüter die Leitzinsen fünf Mal in Folge angehoben – alles in allem um drei Prozentpunkte. Es werden aber noch weitere Schritte notwendig sein. Das hat EZB-Chefin Christine Lagarde am Donnerstag im spanischen Fernsehen bekräftigt. Von ihrem mittelfristigen Inflationsziel von zwei Prozent ist die EZB noch weit entfernt. Ihre nächste Zinssitzung hat sie am 16. März.