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"Die Kur ist nicht in erster Linie dazu da, abzunehmen. Und man kann auch nicht jeden einfach irgendwo reinsetzen", sagt Kurarzt Herbert Melchart.
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Die Kur ist laut Melchart eine medizinische Maßnahme zur Erhaltung und Festigung der Gesundheit. Sie wird ärztlich verordnet und überwacht. Um die gesetzten Ziele zu erreichen, werden die ortsgebundenen, natürlichen Heilvorkommen - im Fall von Bad Tatzmannsdorf kohlensäurehaltiges Wasser, Moor und Thermalwasser - genutzt. Durch wiederholte Kuranwendungen verändert sich der Körper.
"Wichtig bei der Kur ist die gezielte Auswahl und Wiederholung der Anwendung, die richtige Dosierung und - Zeit.
Die Dauer eines Kuraufenthaltes sollte nicht nach mathematischen Berechnungen erfolgen", berichtet Melchart. Als Mindestdauer nennt der Arzt einen Aufenthalt von drei Wochen.
Wissenschaftlich untermauert
"Ich glaube, dass Qualität in einem Kurort ohne wissenschaftliche Untermauerung auf die Dauer nicht möglich sein wird", betont Wolfgang Marktl, Leiter des Ludwig- Boltzmann-Instituts zur Erforschung physiologischer Rhythmen, Bad Tatzmannsdorf. Die Mitarbeiter führen Studien durch, die sich mit verschiedenen Wirkungsweisen der Kur beschäftigen.
So bestätigen die Forschungsarbeiten etwa, dass sich bei einer jährlichen Kur die Blutdruckwerte und Blutfettwerte verbessern. Bei Brustkrebspatientinnen verändern sich vor allem auch psychische Zustände wie Ängstlichkeit und Depressivität positiv.
Wie, was, wie lange
"Ideal wäre, jährlich zu kuren, aber das ist für viele schwer finanziell umzusetzen", meint Melchart. Es gibt drei mögliche Wege für die Kur:
1. Der Kuraufenthalt kann selbst finanziert und Zeitraum und Unterkunft können bestimmt werden.
2. Die Pensionsversicherung oder die Krankenkasse gewährt einen Kurkostenzuschuss. Zeit und Unterkunft wird selbst bestimmt.
3. Die Sozialversicherung bewilligt den Kuraufenthalt. Gewohnt wird im kasseneigenen Heim oder in einem der Vertragshäuser. In fünf Jahren können bis zu zwei Kuren genehmigt werden.
http://www.kuren.at/bilder/kurfibel.pdf
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