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Schulden sanken um 60 Prozent.
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Wien. Österreichs Wirtschaft ist wieder im Aufschwung. Das ist die Quintessenz aus der Insolvenzstatistik für das erste Halbjahr 2011, die Wolfgang Hrobar vom Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) am Dienstag vorgelegt hat. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 sind die Gesamtinsolvenzen um mehr als fünf Prozent gesunken, bei den Unternehmensinsolvenzen hat Hrobar sogar ein Minus von 9,33 Prozent auf 2897 Fälle errechnet.
Der AKV-Experte führt dafür zwei Gründe ins Feld.
"Die exportorientierten Branchen haben wieder volle Bücher und die Banken haben wieder mehr Vertrauen", sagt Hrobar. "Viele Unternehmen haben die Krise genutzt, um ihre Betriebe fitter zu machen und die Kostenstrukturen wurden verbessert." Nachsatz: "Die Zinsstundungen der Banken sind zum Großteil weiter aufrecht, die Banken werden wahrscheinlich erst mit Beginn des nächsten Jahres ausmisten und wieder Zinsen verlangen."
Dazu kommt laut Hrobar, dass vor allem die Finanzämter und Gebietskrankenkassen viel weniger Insolvenzverfahren gegen säumige Zahler eingeleitet haben als im Vorjahr. "Das ist sicherlich ein Goodwill, die Abgabengläubiger halten auch weiter still", weiß der Insolvenzexperte. "Sie wollen das Insolvenzaufkommen nicht hochpushen."
Größter Rückgang
Den größten Rückgang bei den Firmenpleiten verzeichnet Vorarlberg mit 52,66 Prozent, gefolgt von Salzburg mit fast 15 Prozent und Kärnten mit 13 Prozent. Das ist einfach erklärt: Diese Bundesländer hatten im Vorjahr noch kräftige Pleitenzuwächse zu verzeichnen, obwohl in den anderen Bundesländern schon ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen war.
Erfreulich ist auch, dass die Gesamtverbindlichkeiten der zahlungsunfähigen Unternehmen von 2,51 auf 1,01 Milliarden Euro zum Vergleichszeitraum des Vorjahres geschrumpft sind; das macht ein Minus von 60 Prozent. Das bedeutet, dass die Zahl der Großinsolvenzen gesunken ist.
Die größten Pleiten
Pleiten-Spitzenreiter heuer ist die R-Quadrat-Gruppe mit rund 100 Millionen Euro Passiva, um Rang zwei rittern das Reedereikontor Meridian (30,92 Millionen Euro Schulden) und die drei Pleitegesellschaften des Ski-Erzeugers Kneissl (30,9 Millionen Euro); Platz drei belegt mit rund 30,63 Millionen Euro Verbindlichkeiten der Spielhersteller JoWood. Die Insolvenzstatistik des AKV birgt aber eine kleine Ungenauigkeit. Denn im Vergleich zum Vorjahr fehlen in der Berechnung acht Werktage. Laut einer Hochrechnung des Gläubigerschutzverbandes Creditreform werden bis Ende Juni insgesamt rund 3162 Unternehmenspleiten anfallen. Bei dieser Hochrechnung fällt der Rückgang deutlich niedriger aus: minus fünf Prozent.
Die Privatpleiten
Indes ortet der AKV bei den Insolvenzen privater Personen wenig Entspannung. Zwar weist die Halbjahresstatistik ein kleines Minus aus (minus 2,86 Prozent), aber die angespannte Lage der Privathaushalte "wird in Zukunft schwieriger zu meistern sein". Der AKV führt das auf höhere Kreditzinsen und die Inflation zurück. Wolfgang Hrobar: "Die Gemeinden werden ihren Schuldendruck durch die Pflege- und Kinderbetreuungsausgaben an die privaten Haushalte weitergeben müssen."
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