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Intel und die Schmerzen der Marktdominanz

Von Francesco Campagner

Analysen

Chip-Hersteller im Visier der Antitrust-Behörden. | Marktbeherrschung kann für Unternehmen auch unangenehme Nebenwirkungen haben. Wenn sich der Branchenprimus von einem Konkurrenten gefährdet sieht, wächst die Verlockung, die überlegene Position auszunutzen und die Gangart zu verschärfen.


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In der Computerwelt finden sich viele Beispiele. Derzeit muss sich der Chip-Hersteller Intel in verschiedensten Ländern mit dem Vorwurf auseinander setzen, seine marktbeherrschende Stellung missbraucht zu haben. In Südkorea wurde der Firmensitz des Unternehmens von Antitrust-Beamten durchsucht.

Gleiches war bereits zuvor in Japan und Europa geschehen, und in den USA hat Hauptkonkurrent Advanced Micro Devices (AMD) eine Klage gegen Intel eingereicht. Angeblich haben Intel-Mitarbeiter mit führenden PC-Herstellern Verträge geschlossen, welche den Einbau von Schaltkreisen der Konkurrenz limitierten bzw. untersagten. Dies sei durch Einschüchterung, Drohungen und durch Zahlungen aus dem Marketing-Budget erfolgt. In Japan hat sich Intel zu einem Vergleich mit der dortigen Antitrust-Behörde entschlossen, die Vorwürfe allerdings bestritten.

In Österreich forderte das Bundeskanzleramt forderte vergangenes Jahr die öffentlichen Stellen auf, produktneutrale Formulierungen bei IT-Ausschreibungen zu wählen. AMD hat deswegen Österreich ausdrücklich gelobt.