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USA wollen zweite Iran-Resolution. | Teheran. Im Atomstreit mit Teheran will Washington abermals den Druck auf die Mullahs erhöhen. US-Außenministerin Condoleezza Rice hat eine zweite Iran-Resolution des UN-Sicherheitsrates angeregt, in der die Sanktionen gegen den Gottesstaat verschärft werden sollen.
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Bereits die erste Resolution, die am 23. Dezember verabschiedet wurde, zeigt ihre Wirkung. Zuletzt haben mehrere europäische Banken und Großfirmen (wie etwa die deutsche Commerzbank und Daimler-Chrysler) ihre Geschäftstätigkeit mit dem Iran "überdacht". Bevor weitere Schritte diskutiert werden, wartet das UN-Gremium auf den Bericht des Chefs der Internationalen Atomenergiebehörde, Mohammed ElBaradei, am 21.Februar. Dabei geht es vorrangig um die umstrittene Urananreicherung, die von Teheran ausgebaut und nicht - wie vom Westen gefordert - gestoppt wurde.
Unterdessen hat Irans Bevölkerung ganz andere Probleme. Die Lebensmittelpreise sind in den letzten Monaten derart gestiegen, dass viele zu toben beginnen und der Führung die Schuld geben. Ali Abedi kann seinen Unmut nicht verbergen. "Ahmadinejad hätte etwas unternehmen müssen. Es gibt Gesetze, die Preissteigerungen verbieten", brüskiert sich der Teheraner Obst- und Gemüsehändler.
"Tomaten-Revolution" gegen Ahmadinejad
Am Beispiel der Tomaten demonstriert Abedi, wie die Regierung "sein Genick zu brechen drohte". Vor ein paar Monaten geriet das Land in eine tiefe Tomatenkrise und innerhalb weniger Wochen katapultierten sich die Preise ins Bodenlose. Im Sommer 2006 kostete ein Kilo rund 3500 Rial, also etwa 30 Cent. Dann wurden es 5000, 10.000, 15.000 Rial. Nach drei Monaten stieg der Preis nochmals auf 30.000 Rial und Tomaten wurden vorübergehend zum Luxusgut. Parlamentarier stellten offizielle Anfragen, was die Regierung zu unternehmen gedenke. Als das Rumoren nicht mehr zu ignorieren war, wurden Tomaten wieder billiger. Viele andere Preise hingegen - wie die für andere Lebensmittel und Wohnungen - bleiben im Iran aber hoch.
Experten kritisieren, dass die Führung zu viele Haushaltsmittel in unproduktive Sektoren steckt, während notwendige Investitionen gekürzt werden. Zweimal ließ sich Ahmadinejad 2006 vom Parlament einen Budgetnachtrag genehmigen. Die Geldmenge, die im Iran umläuft, beschleunigt zudem die Inflation.
Der oberste geistliche Führer, Ayatollah Ali Khamenei, hat bislang zu all dem geschwiegen. Das nährt Spekulationen, er habe Ahmadinejad fallen lassen. Er soll dem Präsidenten jüngst gar ein Treffen verwehrt haben.
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