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US-Experte: Druck auf Österreich wird zunehmen. | Wien. Die Lage im Iran belastet US-Präsident Barack Obama zunehmend. Washington befände sich derzeit auf einer Gratwanderung, erklärte David Rowe, Professor am Kenyon College in Ohio, gegenüber der "Wiener Zeitung".
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Zwar versucht Obama, sich so wenig wie möglich in die politischen Angelegenheiten des Iran einzumischen, doch bringe ihm das den Vorwurf ein, die Leute auf der Straße im Stich zu lassen, die ihr Leben für die Freiheit riskieren.
Nur weil sich unter Präsident George W. Bush gezeigt habe, dass sich Freiheit und Demokratie nicht mit Gewalt einem Land aufzwingen lassen, hieße das nicht, dass diese Ideale von der amerikanischen Agenda gestrichen worden seien. Obamas außenpolitisches Agieren ziehe gleichzeitig innenpolitische Konsequenzen nach sich. Die Iran-Krise sei somit der erste Härtetest für den US-Präsidenten.
"Es ist Sache der iranischen Regierung, diese Fragen und Besorgnisse, die das iranische Volk und die Welt haben, auf eine glaubwürdige, eine transparente und eine friedliche Weise zu lösen", sagte US-Außenamtssprecher Philip Crowley am Mittwoch. Die oppositionellen Republikaner nutzten die Gelegenheit laut Rowes Einschätzung allerdings, um sich für die 2010 anstehenden Kongress-Wahlen aufzustellen. "Er sollte sagen, dass das eine korrupte, betrügerische Farce einer Wahl ist", sagte Obamas Konkurrent bei den Präsidentschaftswahlen John McCain und erhöhte somit ebenso wie andere Republikaner der Druck auf Obama.
Dieser Druck könnte weitergegeben werden. Rowe glaubt, dass die USA trotz allem insistieren könnten, dass generell die Welt und speziell Österreich keine Geschäfte mit dem Iran machen solle. Rowe zufolge ist die Wahl im Iran ein echter Bruch für die demokratische Opposition des Iran gewesen, die in der Folge weiter unterdrückt werde.
Dennoch ziele Obama mehr auf eine Evolution des Regimes in Teheran als auf dessen Abschaffung. Denn der US-Präsident wisse, dass er mit diesem noch über das iranische Atomprogramm verhandeln müsse. Im Endeffekt könnte es auf die "japanische Lösung" hinauslaufen. Dies würde ein voll entwickeltes Atomprogramm bedeuten, jedoch mit dem freiwilligen Verzicht auf Atomwaffen.
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