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Iran trotz US-Drucks begehrt

Von WZ-Korrespondent Arian Faal

Politik

Britische Experten warnen vor Krieg mit dem Iran. | Teheran/Wien. Irans Führung hat 21 Tage vor Ablauf des UN-Ultimatums wegen der Urananreicherung "uneingeschränkte Transparenz" in der Atomfrage angekündigt. Unter anderem ist damit die Öffnung der Urananreicherungsanlage Natanz für ausländische Diplomaten und die Installation von Überwachungskameras gemeint. Parallel zu dieser Kooperationsbereitschaft zeigten sich iranische Politiker jedoch sowohl vom wachsenden US-Druck als auch von etwaigen Sanktionen gänzlich unbeeindruckt.


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Außenminister Manuchehr Mottaki verkündete sichtlich stolz, dass es seinem Land trotz der "teuflischen US-Machenschaften" und des psychologischen Krieges gegen Teheran gelungen sei, in den letzten Wochen im Öl- und Gassektor sowie beim U-Bahn Bau Neuverträge über 33 Milliarden Dollar abzuschließen.

Auch von einer Projektpräsentation zur Zukunft des Öl- und Gassektors im Iran, die in Wien letzte Woche stattfand und an der 59 Firmen teilnahmen, erwartet sich der Gottesstaat erfolgreiche Vertragsabschlüsse in Milliardenhöhe. Den Zuschlag von einigen der 17 vorgestellten Projekte könnte hierbei die heimische OMV bekommen.

OMV an Irangeschäften "sehr interessiert"

Angesprochen auf den jüngsten "Rüffel" Washingtons an die Adresse Österreichs wegen der "kritischen" Wirtschaftsbeziehungen zu Teheran sagte OMV-Sprecher Thomas Huemer der "Wiener Zeitung", dass die OMV von diesem Druck unberührt sei, da man als europäisches Unternehmen europäische und österreichische Gesetze einhalte. Als Öl- und Gasunternehmen sei man bemüht, im Iran zu wachsen und würde sich über einen Zuschlag bei den Projekten freuen. Für die OMV, die seit 2001 im Iran tätig ist, sei der Iran zudem ein wichtiger strategischer Partner in der Region, so Huemer weiter.

Unterdessen warnt eine britische Studie vor den Folgen eines Iran-Krieges. Ein Militärschlag könnte den Irak weiter destabilisieren, die Friedensarbeit in Nahost untergraben und die Hardliner des Gottesstaates stärken, hieß es in dem am Montag publizierten Bericht britischer Menschenrechtler und Politikexperten. Das weltweite Wirtschaftswachstum könnte durch höhere Ölpreise infolge einer militärischen Konfrontation Schaden nehmen. Daher raten die Verfasser zu einer diplomatischen Mammut-Offensive im Atomstreit.