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Irland: Als Ballymacarret Ballybofey die Hand reichte

Von Michael Schmölzer

Europaarchiv

Wien - In Irland ist die Kluft zwischen Protestanten und Katholiken auch im sechsten Jahr nach dem Friedensabkommen von Belfast tief verankert. Ein EU-Programm vermittelt.


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Kontakte zwischen den verfeindeten irischen Lagern gibt es nach wie vor kaum. Nach Jahrzehnten bürgerkiegsähnlicher Zustände haben sich zwei voneinander abgekapselte Kulturen entwickelt, die sich auf alle Lebensbereiche erstrecken.

So verhält es sich auch mit Ballymacarret, einem erzprotestantischen Arbeiterviertel im Osten von Belfast und dem an der Grenze zu Nordirland gelegenen, katholischen Ballybofey. In beiden Gemeinden haben sich Kulturvereine zu einem "Kennenlern-Programm" entschlossen, das teilweise von den EU-Versöhnungsfonds PEACE I und PEACE II finanziert wird. Begonnen hat alles damit, dass der Belfaster Verein zwei Theaterstücke inszenierte und diese in Ballybofey zur Aufführung brachte. Mittlerweile hat sich das Projekt weiterentwickelt und trägt den stolzen Namen "Pfade der Kulturerkundung". Es wurden insgesamt sechs "Partnerschaften für kulturelles Lernen" gebildet, die jungen Protestanten wie Katholiken Verständnis für "die da drüben" vermitteln sollen: So ist es mittlerweile sogar möglich, dass die jeweiligen Fußballvereine in friedlicher Weise zu einem rein sportlichen Kräftemessen antreten.