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Irrationale Ängste?

Von Bernhard Baumgartner

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Seit der Bekanntgabe der Pläne für die neue Haushaltsabgabe zur ORF-Finanzierung hagelt es Proteste. Vor allem das von der Regierung erzwungene Sparprogramm für den ORF (300 Millionen Euro müssen eingespart werden) sorgt für Diskussionen, da etwas das Radio-Symphonieorchester abgeschafft werden soll.

Eine der kuriosesten Meldungen kommt dabei von den Privatsendern. Der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP), kann nämlich "keinen harten Sparkurs erkennen" und rechnet mit "mehr Mitteln für den ORF". Ihre Befürchtung ist, dass der ORF mit der Implementierung einer Haushaltsabgabe "mehr Mittel zur Verfügung haben könnte".

Ja, in der der Tat, da könnte der VÖP auf der richtigen Spur sein. Denn eine Teuerung von elf Prozent pro Jahr kann man bei zugleich sinkenden Einnahmen als Unternehmen bekanntlich nicht lange durchhalten. Da sich der ORF auch nicht selbst die Gebühren erhöhen kann, wird wohl der Eigentümer etwas tun müssen. Zum Beispiel eine neue Finanzierung sicherstellen. Die Logik der Privatsender ist aber: Jeder Euro, den der ORF bekommt, ist prinzipiell schlecht, weil er ja auch an uns hätte gehen können. Das ist aus ihrer Sicht nachvollziehbar, klingt so verkürzt dann aber doch ein wenig simpel gedacht. Wie ein Medienmarkt ohne starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk aussieht, kann man in Deutschland beobachten. Dort ist das Privatfernsehen Marktführer, aber bekanntlich nicht wegen der besonders intellektuellen Inhalte.