Zum Hauptinhalt springen

IS mordet bereits in der Türkei

Von WZ Online

Politik

Fundamentalisten enthaupten Dokumentaristen ihrer Verbrechen.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 10 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Die Widerstandgruppe gab die Ermordung von zwei Mitgliedern bekannt.

Sie sind der Stachel im Fleisch der Gotteskrieger vom Islamischen Staat (IS): die Frauen und Männer der Gruppe Raqqa Is Being Slaughtered Silently. Sie dokumentieren das alltägliche Leben in der besetzten syrischen Stadt Raqqa ebenso wie Exekutionen. Veröffentlicht werden die Dokumente im Web, auf Twitter und Facebook von Freunden außerhalb des besetzten Gebietes. Zwei von ihnen wurden nun vom IS brutal ermordet.

Die enthaupteten Leichen der Journalisten Ibrahim Abd al Qader (Abdulkadir) und Firaz Hamadi wurden in der türkischen Stadt Şanlıurfa (Urfa), etwa 55 km von der Grenze zu Syrien gefunden. Beide arbeiteten für die syrische Zeitung Ayn Vatan und teilten sich eine Wohnung. Laut einem Mitglied der Gruppe, der unter dem Namen Abu Mohammed postet, waren die beiden Toten selbst Flüchtlinge aus Raqqa.

Besonders empören dürfte die Fundamentalisten die laufend veröffentlichten Berichte aus dem Alltag aus dem Alltag von Raqqa, die die vorgebliche Frommheit konterkarieren. So zitiert eine Reportage einen jungen Mann mit den Worten: "Es gibt keinen Unterschied zwischen ISIS und Assads Regime, Korruption and Vetternwirtschaft sind in der Gruppe weitverbreitet."

Die Morde sorgen für heftige Diskussionen in der Türkei, vor allem, was die Politik gegenüber dem IS angeht. Die Spitzen der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP) haben immer wieder versucht, die Fundamentalisten im Kampf gegen kurdische Unabhängigkeitsbestrebungen in Syrien zu instrumentalisieren. So gibt es Berichte darüber, dass es IS-Kämpfern immer wieder ermöglicht wurde die türkisch-syrische Grenze ungehindert zu passieren.

Im Grenzgebiet zu Syrien wurden von fundamentalistischen Gruppen schon mehrmals Anschläge verübt. Im Juli starben 30 Menschen bei einem Anschlag in einem Kulturzentrum in Suruç

Die Widerstandgruppe gab die Ermordung von zwei Mitgliedern bekannt.
Die Widerstandgruppe gab die Ermordung von zwei Mitgliedern bekannt.

Raqqa Is Being Slaughtered Silently (englische Version)