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"IT-Industrie in Europa massiv stärken"

Von Stefan Meisterle

Wirtschaft
Fabasoft-Chef Helmut Fallmann blickt positiv in die Zukunft.
© fabasoft

Geschäftliche Daten als E-Mail-Attachements "höchst unsicher".


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Das seit 1988 bestehende österreichische Softwarehaus ist über seine Produktpalette im Bereich der elektronischen Verwaltung und zuletzt der Cloud-Dienste auf den internationalen Märkten vertreten. Im Interview mit der "Wiener Zeitung" erläutert Fabasoft-Chef Helmut Fallmann u.a., warum Neelie Kroes Anlass zur Hoffnung gibt und welche Vorteile es hat, an der Frankfurter Börse zu sein.

Wiener Zeitung: Von diversen Interessensvertretern wird bemängelt, dass die heimische IT-Branche nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient. Sehen Sie das ähnlich?<br style="font-style: italic;" />
Helmut Fallmann: Das sehe ich nicht als ein österreichisches Problem. Im Gegenteil, Österreich liegt beispielsweise im EU-Ranking an erster Stelle in Bezug auf eGovernment Services. Ich sehe aber den Bedarf, die IT-Industrie in Europa massiv zu stärken. Die Rede von Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, beim Weltwirtschaftsforum in Davos gibt jedenfalls hinsichtlich europäischer Cloud Services Grund zur Hoffnung. Die aktuellen Defizite scheinen in Brüssel angekommen zu sein.
<br style="font-style: italic;" /> Fabasoft ist seit langem ein enger Partner der heimischen Verwaltung. Wie stark ist Fabasoft mit seinen IT-Lösungen im Bereich e-Government auch international vertreten?

Fallmann:  Fabasoft ist Marktführer für die elektronische Akten- und Vorgangsbearbeitung in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sowie gemeinsam mit unserem Partner DWC Slovakia auch in der Slowakei. Wir haben darüber hinaus beispielsweise Kunden in Großbritannien, Portugal und in Brüssel.
<br style="font-style: italic;" /> Besteht in der Verwaltung Nachfrage nach Cloud-Diensten – sind Sicherheitsbedenken hier größer als in der Privatwirtschaft?

Fallmann: Es gibt in der Verwaltung enormen Bedarf für die organisationsübergreifende Zusammenarbeit. Viele Behörden haben heute etablierte interne Lösungen für das Management von digitalen Unterlagen und Geschäftsakten, im deutschsprachigen Raum oftmals mit der Fabasoft eGov-Suite. Aber für den übergreifenden Austausch von Unterlagen mit Geschäftspartnern wird häufig E-Mail eingesetzt. Das Versenden sensibler Dokumente als Attachments in E-Mails ist in höchstem Maße unsicher.

Sie sind seit 1999 an der Frankfurter Börse gelistet - Warum erfolgte der Gang an die Börse und warum entschied man sich – wie andere heimische IT-Unternehmen – für den Börsenplatz Frankfurt?  <br style="font-style: italic;" />
Fallmann: Der Börsegang war ein wichtiger Meilenstein in der Wachstumsstrategie der Fabasoft Gruppe. Der Börseplatz Frankfurt war damals und ist nach meiner Einschätzung auch heute noch der beste Börseplatz für Hochtechnologiewerte.
<br style="font-style: italic;" /> Fabasoft finanzierte sich 11 Jahre lang außerbörslich. Ist es schwieriger, etwa wenn es um Kapitalbedarf oder Gewinnausschüttungen geht, sich mit Aktionären oder privaten Investoren  zu einigen?

Fallmann: Die formalen Rahmenbedingungen für Kapitalmaßnahmen sind für börsenotierte Unternehmen wesentlich strenger. Die dafür zwingend erforderliche Kapitalmarkt-Disziplin hat sich äußerst positiv auf die internen Geschäftsprozesse und Strukturen der Fabasoft Gruppe ausgewirkt. Durch den Börsegang ist die Fabasoft in jeder Hinsicht professioneller geworden. Unsere Corporate Responsibility Maßnahmen umfassen zum nachhaltigen Wohle des Unternehmens nicht nur Shareholder sondern alle Stakeholder.

Wie sind die Aussichten für die geschäftliche Entwicklung – sparen Verwaltungsstellen und Firmenkunden bei der IT oder geben sie in konjunkturell schwierigen Zeiten gerade zur Effizienzsteigerung mehr aus?<br style="font-style: italic;" />
Fallmann: Wir sind für das Jahr 2012 durchaus optimistisch.