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Italienische Fischer von libyschem Schiff beschossen

Von Angela Huemer

Politik

Italienische Zollpolizisten auf Boot der libyschen Küstenwache. | Wien. Ein Motorboot der libyschen Küstenwache hat rund 30 Meilen vor der libyschen Küste einen italienischen Fischkutter beschossen. Dabei handelte es sich ausgerechnet um ein Boot, das im Rahmen eines der jüngsten italienisch-libyschen Abkommen den Libyern übergeben worden war. Die Besatzung des Fischkutters "Ariete" war zuvor in akzentfreiem Italienisch gewarnt worden: "Bleibt stehen, oder wir schießen auf euch!"


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Laut Gaspare Marrone, dem Kapitän des Fischkutters, wurde in der Folge massiv auf sein Schiff gefeuert. Auf dem libyschen Boot befanden sich auch sechs Angehörige der italienischen Zollpolizei, zwei Beobachter und vier Techniker - einer von ihnen dürfte die Besatzung der "Ariete" gewarnt haben.

Italiens Innenminister Roberto Maroni sagte, Libyen habe sich bereits entschuldigt. Der Fischkutter sei mit einem Migrantenboot verwechselt worden. Kapitän Marrone stellte jedoch klar, dass sein Schiff vor dem Angriff identifiziert worden sei. Marrone und seine Besatzung haben allerdings schon mehrmals Migranten aus Seenot gerettet. Die Staatsanwaltschaft von Agrigent hat ein Verfahren gegen unbekannt eröffnet. Die Anklage lautet auf versuchten Mord.