Zum Hauptinhalt springen

Jammern oder nicht jammern . . .?

Von Sissi Eigruber

Wirtschaft

Raunzer und Nichtraunzer halten sich die Waage (51% zu 49%). Das ist zumindest das aktuelle Ergebnis der Umfrage auf der Homepage der International Advertising Association in Österreich (IAA), durch die die laufende Nichtraunzer-Kampagne ins Leben gerufen wurde. Die "Wiener Zeitung" hat Experten über mögliche und unmögliche Wirkungen der Stimmung auf wirtschaftliche Entwicklungen befragt.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 21 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Der Wirtschaftsaufschwung wird von den Österreichern nicht wirklich wahrgenommen. Das Jammern über die Flaute ist aber auch ein Grund, wieso die Wirtschaft nicht schneller in Schwung kommt. Das war der Ausgangspunkt der IAA für die Kampgane gegen das Raunzen (laut Österreich-Deutsch-Wörterbuch gleichzusetzen mit "jammern, nörgeln"). Eine Kampagne, die im ersten Monat bereits einen theoretischen Werbedruck von rund 1 Mill. Euro erreicht hat, und noch drei bis sechs Monate fortgesetzt werden soll. "Theoretischer Werbedruck" deshalb, weil ein Großteil der Schaltungen "von den Medien unterstützt wird, und daher gratis erfolgt", erklärt Helmut Buxbaum, Präsident des IAA Österreich. Doch was kann eine derartige Kampagen tatsächlich nutzen?

"Die Erwartungshaltung hat einen Einfluss auf die Entwicklung", erläutert Hanns Abele vom Institut für Volkswirtschaftstheorie und -politik an der Wirtschaftsuniversität Wien. "In derselben objektiven Situation können sich unterschiedlichen Entwicklungen ergeben - je nachdem, wie die Stimmung ist und wie sich die Leute verhalten." Andererseits, so Ewald Walterskirchen vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo), könne man noch so optimistisch sein, "wenn eine Rezession kommt, lässt sie sich dadurch auch nicht abwenden". Aber man könne sie vielleicht ein bisschen verzögern, so der Wirtschaftsexperte. Die Stimmung habe zwar einen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung, allerdings sei es nicht so einfach, die Stimmung zu beeinflussen. Der mögliche Einfluss der Nichtraunzer-Kampagne sei jedenfalls "marginal". Vielleicht mit marginalem Einfluss, aber dafür von großem internationalen Interesse: So hätten unter anderem Medien aus England (BBC), Irland und Polen bereits über die österreichische Nichtraunzer-Kampagne berichtet, erläutert der Werbeexperte Buxbaum.

http://www.iaa-austria.at

*Ramharter Franz "Der Wiener!"