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Jarolim: Udo Jesionek soll Know-how exportieren

Von Matthias Bernold

Wirtschaft

Die Errichtung einer Justizanstalt in Rumänien mit österreichischer Hilfe ist für SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim vorstellbar, wenn nicht nur Geld, sondern auch Know-how transferiert wird: Als Leiter eines Teams für den Aufbau eines modernen Strafvollzugs wünscht sich Jarolim Ex-Jugendgerichtshof-Chef Udo Jesionek.


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"Es ist wichtig, einen Strafvollzug mit Vorbildfunktion zu schaffen", betont Jarolim und unterstreicht die Wichtigkeit von Resozialisierungs-Maßnahmen und modernen Haftbedingungen. "Bis vor zwei Jahren" sei der österreichische Strafvollzug eine Erfolgsgeschichte gewesen und wert, in die Nachbarländer exportiert zu werden. Für den Know-how-Transfer nach Rumänien sei niemand besser geeignet als Jesionek, der in Österreich den Weg für einen humanen Strafvollzug bereitet habe. "Die Haft im jeweiligen Herkunftsland abzusitzen, macht Sinn, weil dort die soziale Integration am besten funktioniert", glaubt der Justizsprecher, der darauf verweist, dass dies auch auf europäischer Ebene diskutiert wird. Allerdings sei es eine "Schnapsidee", Gerichtsverfahren gegen Ausländer generell ins Ausland zu verlagern.

Als Rezepte gegen überfüllte Gefängnisse empfiehlt Jarolim den Ausbau der bedingten Entlassungen, Therapie statt Strafe bei Drogenabhängigen und ein Abgehen von der Politik der Strafverschärfungen.