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Kosovo-Minister wirbt für Rückkehr aller Flüchtlinge. | Kein Grund für Asyl, aber große wirtschaftliche Probleme. | Wien. Der Kosovo ist seit Jahren Dauerbrenner auf den internationalen Seiten - dank Arigona Zogaj ist die von der UNO verwaltete, mehrheitlich von Albanern bewohnte und nach Unabhängigkeit strebende serbische Provinz nun auch auf den Innenpolitikseiten der österreichischen Medien prominent vertreten.
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Was denkt aber ein kosovarischer Minister über den Fall der Familie Zogaj, die um keinen Preis in ihr Heimatland zurückkehren will? Laut Bildungsminister Agim Veliu, der am Donnerstag auf Einladung von Wissenschaftsminister Johannes Hahn in Wien weilte, besteht kein Anlass für Bürger seines Landes - egal, ob Albaner oder Serben -, in anderen Staaten um politisches Asyl anzusuchen. Die Einhaltung der Menschenrechte sei für alle gewährleistet.
Was den wirtschaftlichen Bereich angeht, so betont Veliu zwar den in den letzten Jahren dank internationaler Hilfe - allein Österreich hat seit 1999 bisher rund 14 Millionen Euro für den Wiederaufbau beigesteuert - verzeichneten Fortschritt, dass es aber nach wie vor Probleme gibt, will auch er nicht leugnen. Dass ein Leben im Kosovo keine Zukunft habe, will Veliu aber keinesfalls gelten lassen: "Alle 420.000 Schüler erhalten eine gute Ausbildung und verfügen über die Schulbücher, die sie brauchen."
Und was würde der kosovarische Bildungsminister der 15-jährigen Arigona raten, wenn er sie auf einen Kaffee treffen könnte? "Als Minister und als jemand, der in diesem Land lebt, ist es meine Aufgabe, alle Kosovaren, die im Ausland leben, zur Rückkehr in die Heimat aufzufordern, damit sie einen Beitrag zum Wiederaufbau des Landes leisten können." Und: "Wenn ich die Möglichkeit dazu hätte, würde ich gerne dafür sorgen, dass möglichst viele Schüler und Studenten im Ausland ausgebildet werden - aber eines Tages sollte jeder Kosovare zurückkehren."
Österreich engagiert sich unter anderem für die Reform des darniederliegenden Hochschulsystems, 500.000 Euro fließen in den kommenden drei Jahren aus dem Budget des Wissenschaftsministeriums in diesen Bereich. Ziel ist es, den Kosovo in Übereinstimmung mit dem sogenannten Bologna-Prozess in den europäischen Hochschulraum zu integrieren.
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