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Jüdische Wallfahrt, arabisches Land

Von Lucian O.Meysels

Politik

Friedliches Fest in Tunesien. | Djerba. "Gefeiert wird bis zum Sonnenuntergang", lautet die Devise unter den Juden von Djerba, wenn sie alljährlich das Fest der "Ghriba" (der Herrlichen) feiern. Die Bindung an den Sonnenuntergang ist durch den jüdischen Ritus bedingt, schon wegen der zahlreichen mitgekommenen Kinder, die natürlich das Fest nicht missen wollen, in der historischen Synagoge im topographischen Herzen der Insel. Religiös ist die Wallfahrt traditionell, historisch ist sie allemal. Als jüdisches Fest in einem arabischen Land ist sie jedenfalls einzigartig.


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Nur das Datum schwankt im Verhältnis zum westlichen Kalender von Jahr zu Jahr. Was die gefeierte Ghriba betrifft, so wird sie mit einer judäischen Prinzessin identifiziert, die nach der Zerstörung des salomonischen Tempels anno 586 vor Christus eine Gruppe verfolgter Juden aus Jerusalem nach Ägypten "und noch weiter westlich" nach Djerba geführt haben soll. Dazu wird ein mehr als vager Hinweis im 2. Buch der Könige zitiert. Neu waren beim heurigen Fest die umfassenden Sicherheitsmaßnahmen am Boden, auf dem Meer und (per Helikopter) in der Luft. Die tunesische Regierung wollte offensichtlich jedes erdenkliche Risiko ausschließen nach dem blutigen Terroranschlag im Jahr 2002.