Zum Hauptinhalt springen

Jukic und die Prozessflut

Von Tamara Arthofer

Kommentare
Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 11 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Das kann ja heiter werden. Am Samstag kommender Woche hält der österreichische Schwimmverband seinen Verbandstag und der die Wahl des neuen Vorstandes samt Präsidenten ab. Da kommt die Prozessflut, die Dinko Jukics Anwalt Thomas Krankl angekündigt hat, ja gerade richtig. Im Konkreten geht es dabei nicht nur um die Bekämpfung der einjährigen Sperre Jukics wegen Funktionärsbeleidigung, sondern auch um den Ausschluss des Salzburger Landesverbandes. Krankl vertritt sowohl diesen als auch acht betroffene Vereine, für die er ebenfalls Klage einbringen will. Dass Christian Schneeberger, der Präsident des Landesverbandes, zu den Kritikern von Paul Schauer zählt und zuletzt auch gegen ihn kandidiert hat, muss wohl Zufall sein, jedenfalls erfolgte der Ausschluss offiziell aufgrund der angeblichen Abhaltung eines Scheinturnieres.

Doch mittlerweile stellen sich nicht nur Jukic-Fans die Frage, was sich sonst noch so alles zum Schein im Schwimmverband selbst tut. Der "Kurier" berichtet von einer mysteriösen GmbH, die von einem ebenso mysteriösen Verein, dem "Pool des österreichischen Schwimmverbandes", betrieben wird und als deren Geschäftsführer OSV-Finanzreferent Walter Benesch und Generalsekretär Thomas Gangel aufscheinen. Wahrscheinlich hat das alles gute, rechtlich gedeckte, Gründe. Doch die Frage "Wofür?" muss erlaubt sein, man ist ja hellhörig geworden.

Natürlich kann es sein, dass sich Jukic einfach nur von Gott, der Welt, Schauer und seinen Adjutanten verfolgt fühlt und deswegen nun einen Rachefeldzug führt. Natürlich sollte man in diesem Zusammenhang auch nicht unerwähnt lassen, dass er selbst dereinst bei seinem - sagen wir einmal so - nicht durchgeführten Dopingtest doch recht glimpflich davongekommen ist. Und natürlich ist es denkbar, dass hier einfach ein findiger Anwalt eine Chance sieht, sich zu profilieren. Genauso gut aber kann es sein, dass der Schwimmverband tatsächlich einiges mehr an Aufklärungsarbeit nötig hat, als der Streit mit Jukic hatte vermuten lassen. Der ist eigentlich zum Nebenschauplatz geworden.