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Kabul: Mehr Geld, mehr Truppen

Von Martin Trauth

Politik

Paris. (afp) Sieben Jahre nach dem Sturz der Taliban gleicht Afghanistan noch immer einem Fass ohne Boden. Trotz zehntausender ausländischer Soldaten und milliardenschwerer Hilfe scheinen die internationalen Anstrengungen für Frieden und Wiederaufbau im Sande zu versickern. Bei der Pariser Afghanistan-Konferenz legt die Regierung in Kabul am Donnerstag einen 50 Milliarden Dollar (31,6 Milliarden Euro) schweren Plan vor, der in den kommenden fünf Jahren die Wende bringen soll. Mangels Alternative sind die meisten westlichen Geberstaaten willig - verlangen aber von Kabul klarere Prioritäten und Zusagen im Kampf gegen die weit verbreitete Korruption.


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An der Pariser Konferenz nehmen 65 Länder, die UNO und ein dutzend weitere Organisationen teil. Offiziell soll das Treffen eine Zwischenbilanz der Londoner Geberkonferenz von 2006 ziehen, bei der 10,5 Milliarden Dollar auf fünf Jahre versprochen wurden. Doch inzwischen gibt es Nachbesserungsbedarf. Die afghanische Regierung und die Alliierten hätten "das ganze Ausmaß und die nötige Zeit unterschätzt, um die Hindernisse für Frieden und Wohlstand zu überwinden", heißt es in der von Kabul vorgelegten "Nationalen afghanischen Entwicklungsstrategie".

Trotz vieler Rückschläge lautet die Devise deshalb "mehr Truppen und mehr Geld". Der von der afghanischen Regierung vorgelegte Wiederaufbauplan ist ihr umfangreichster bisher. Neben Mitteln für Armee und Polizei ist der größte Posten für den beschleunigten Aufbau der Infrastruktur vorgesehen. 17 Milliarden Dollar sollen bis 2013 in den Bau von Straßen, Dämmen und Kraftwerken fließen, um die afghanische Wirtschaft zu stärken. Weiterer Schwerpunkt ist die Förderung der Landwirtschaft, womit dem Opiumhandel das Wasser abgegraben werden soll.