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Kaffee könnte bald teurer werden

Von Christine Zeiner

Wirtschaft

Seit November 2003 erhöhten sich die Kaffeepreise der Sorte Arabica an der Börse New York um rund 30%. Das niedrige Verbraucherpreisniveau werde nicht länger haltbar sein, sagt Helmut Grafinger vom österreichischen Kaffee- und Teeverband.


"Mit 2,48 Euro war der Durchschnittspreis für eine 500-Gramm-Packung Kaffee im Jänner so niedrig wie noch nie", rechnet Grafinger vor. Am Weltmarkt treibt ein - für viele Kaffeebauern katastrophaler - Ernterückgang in Brasilien die Preise nach oben: Lag der Durchschnittspreis für eine Maßeinheit (45,4 Kilogramm) Rohkaffee im Jahr 2001 bei 45,60 US-Dollar, so stieg er im vergangenen Jahr auf 51,91. Damit werden die Anbaukosten, die im Schnitt 80 US-Dollar für eine Maßeinheit betragen, noch lange nicht gedeckt. Andrea Reitinger von der Importorganisation für den Fairen Handel, EZA 3. Welt, ergänzt: Selbst wenn der börsenotierte Preis steigt, würden die Bauern nur einen Teil davon erhalten.

Für die Bauern wird sich so bald also nichts ändern - für die Konsumenten in Österreich schon: "Bevor die Preise in einem Jahr extrem steigen, muss zeitgerecht etwas passieren", sagt Grafinger im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Nicht nur die Situation am Weltmarkt, die von vielen Faktoren beeinflusst wird (wie Spekulationen und Wetterlage) sei für die Kaffeepreise verantwortlich, meint Grafinger: "Im Jahr 2000 wurde die Mehrwertsteuer in Österreich verdoppelt. Anfang 2004 wurde das Road Pricing eingeführt. Sämtliche Verpackungsmaterialien werden ja auch nicht billiger." Der "starke" Euro federe die Kostenentwicklung zwar ein wenig ab - Steigerungen seien aber nicht an die Konsumenten weitergegeben worden. Auf Zeitpunkt und Höhe der möglichen Preissteigerungen für den Endverbraucher wollte sich Grafinger nicht festlegen. Das entscheide jedes Unternehmen selbst. Schließlich hänge das auch von den Lagerbeständen ab.