Zum Hauptinhalt springen

Kaffeepreise weiterhin tief -im Handel und am Weltmarkt

Von Christine Zeiner

Wirtschaft

Kaffee ist heute billiger als in den 1960er Jahren. Der Handel drücke mit Billigaktionen die Preise für Röstkaffee, klagen die heimischen Röster. "Bei Rohkaffee ist die Lage hingegen umgekehrt, hier steigen die Preise", erklärte Gerd Schütz, Präsident des Österreichischen Kaffee- und Teeverbandes, gestern in einer Pressekonferenz zum "Tag des Kaffees" am 1. Oktober.


Die Weltmarktpreise sind dennoch nach wie vor tief: Der durchschnittliche Preis für eine Maßeinheit (45,4 Kilo) Rohkaffee hat im August laut Internationaler Kaffeeorganisation etwa 57 US-Dollar betragen. Das ist zu wenig, um allein die Anbaukosten von rund 80 US-Dollar zu decken.

Schütz ist der Ansicht, es sei "ökonomisch, ökologisch und sozial" wichtig, dass die Preise für Rohkaffee steigen. Er betrachte die Diskrepanz zwischen Röst- und Rohkaffee mit "Wehmut". Die heimischen Röster könnten aber nichts machen, beteuert Schütz: "Der Verbraucher entscheidet, was gekauft wird." Es liege in der Hand der Konsumenten, fair gehandelten oder Bio-Kaffee nachzufragen. Die Situation am Weltmarkt wird auch kein Thema des "Tages des Kaffees" sein. "Wir wollen nicht provozieren und gegen nichts protestieren", sagte Schütz. Im Vordergrund solle der "Genuss" stehen.

Der heimische Kaffeekonsum ist mit einer Pro-Kopf-Quote von 8,1 Kilo im vergangenen Jahr stabil geblieben. Österreich liegt nach den skandinavischen Ländern im europäischen Spitzenfeld. Das Kaffee-Absatzvolumen wuchs um 5% auf 47.000 Tonnen Röstkaffee und 2.200 Tonnen löslichen Bohnenkaffee. Wertmäßig ist der Umsatz laut Schütz um 2% auf 277 Mio. Euro gesunken. Das heimische Gesamthandelsvolumen lag bei 110.000 Tonnen, 30.300 davon wurden weiterexportiert.