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Kampf der Tschüssifizierung

Von Christina Böck

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Kürzlich verabschiedete sich eine deutsche Gesprächspartnerin am Telefon mit den Worten "Pfüat Gott". Das war überraschend, verabschiedet sich der deutsche Telefonpartner doch grundsätzlich, völlig unabhängig vom Bekanntheitsgrad, der einander verbindet, immer mit dem Wort "Tschüss", gern eine halbe Oktave über der normalen Stimmlage. Es war aber auch überraschend, weil man ein freundliches "Pfüat Gott" eher mehr von Sepp Forcher vor dem Alpenpanorama und eher weniger von Pressereferentinnen im Münchner Büro erwarten würde. Doch eine neue Studie brachte nun Beachtliches zutage: Diese Frau ist absolut im Trend.

Laut dieser Studie wird die Grußlandschaft in Österreich nämlich wieder vielfältiger. Das vergleichsweise fantasielose "Hallo" ist zwar jene Formel, die am häufigsten verwendet wird. Aber "Grüß Gott", das vor drei Jahren nur von lausigen 47 Prozent verwendet wurde, bringt es jetzt immerhin wieder auf stramme 64 Prozent.

Das ist ein guter Weg, und er sollte konsequent weiterbestritten werden. Allein das Wienerische hat so viel Potenzial, man sollte "Gschamster Diener" nicht nur den Fiakern überlassen. Wer weiß, wie lange es die noch gibt! Es muss ja nicht gleich ein schleimiges "Küss die Hand" oder ein elementareres "Deehre!" sein. Aber es gibt wohl kein eleganteres Gesprächs-Entree als "Kompliment". Wer so grüßt, muss sich selbstredend mit "Verehrung" wieder verabschieden. Das klingt doch unbestritten viel respektvoller - auch ohne, dass man seinen Hut dafür lüpft. Und wer hört nicht lieber ein "Gehab dich wohl!" statt "Baba und fall ned!"