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Kampf um den Tata Nano

Von WZ Online

Politik

Im indischen Bundesstaat Westbengalen kämpft die kommunistische Regierung für eine Fabrik des Autobauers Tata. Am Freitag begannen Gespräche zwischen der Regierung und Vertretern der Demonstranten, die das Werk seit Tagen umstellt haben.


Die Proteste, die von der oppositionellen Partei Trinamool Congress (TC) getragen werden, begleiten den Bau des Werks seit Beginn der Arbeiten vor rund zwei Jahren. Vor einer Woche stellte Tata die Arbeiten an dem Werk deshalb ein.

Die Demonstranten protestieren dagegen, dass ein Teil der betroffenen Bauern gegen ihren Willen den Boden für den Bau der Fabrik abtreten mussten. Tata hat wegen der anhaltenden Proteste mit der Verlegung an einen anderen Standort gedroht.

Beobachter weisen darauf hin, dass die meisten der rund 13.000 Bauern ihr Land freiwillig verkauft haben. Mit ihrem Engagement, wolle die TC-Chefin Mamata Banerjee sich vor allem für die nächsten Wahlen profilieren.

Vor den Gesprächen hatte Westbengalens Regierungschef Gopalkrishna Gandhi appelliert, "Ruhe zu bewahren und Schritte zu unternehmen, um ein beiderseitiges Vertrauen herzustellen".

"Wir bewegen uns aber auf eine Lösung zu", sagte ein führendes Mitglied der TC nach den Beratungen. Die Gespräche sollen am Samstag fortgesetz werden.

Tata hat in den Bau des Werkes umgerechnet rund 240 Mio. Euro investiert, das Billigauto Nano sollte bereits im Oktober vom Band laufen. Tata will den Nano für 100.000 Rupien (knapp 1.600 Euro) verkaufen und damit den Massenmarkt erobern.