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Kampf um Publikum

Von Christina Köppl

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Eine morgendliche Augenfreude wurde tanzbegeisterten Zusehern Sonntagvormittag in ORF 2 präsentiert. Die Dokumentation "Wo der Tanz steht - Über den zeitgenössischen Tanz in Österreich" gab ungewöhnliche Einblicke in die nach außen hin oft unverständlich und bizarre Szene des zeitgenössischen Tanzes.

Gespräche mit Choreographen, Tänzern und Veranstaltern sowie Ausschnitte von Performances der aktiven jungen Tanz-Szene Wiens vermittelten die Anliegen dieser Gegenwartskunst, die sich durch neue Körpersprache, unorthodoxe Bewegungen und herausfordernde Themen zu profilieren sucht.

Angesichts der kulturpolitischen Situation der heimischen Tanzszene, in der zwar der klassische Tanz noch an allen etablierten Bühnen dominiert, jedoch unter Sparzwängen leidet und Reduktion angesagt ist, braucht die gesamte Tanzlandschaft verstärkte mediale Bemühungen um ein breiteres Publikum.

Grundsätzlich geht es nicht um einen Verdrängungswettbewerb zwischen klassischem und zeitgenössischem Tanz, sondern um die Schaffung besserer Marktvoraussetzungen für beide. Die Dokumentation war daher ein gelungener erster Schritt der Interessensweckung für den jungen elitären Bereich des zeitgenössischen Tanzes. Es wäre sehr positiv für unsere Tanzkultur, wenn man möglichst bald eine ähnlich informative Sendung zum Thema "Wie steht es mit dem klassischen Tanz in Österreich?" sehen könnte.