Zum Hauptinhalt springen

Kampftag für Schüler

Von Wolfgang Zaunbauer

Politik

Schüler beenden Pisa-Boykott, Klage damit vom Tisch. | Schmied: Zwei autonome Tage für Schüler freiwillig. | Wien. Heute, Freitag, ist Großkampftag für die Schüler. In Wien finden gleich mehrere Aktionen gegen die Abschaffung der schulautonomen Tage statt. Von einer einheitlichen Front sind die Pennäler allerdings weit entfernt.


Während in Oberösterreich schon am Donnerstag hunderte Schüler streikten, gehen die Wiener Schüler heute, Freitag, auf die Straße. Dabei haben sie die Auswahl zwischen gleich drei Demonstrationen. Ab 9 Uhr demonstrieren SPÖ-nahe Schüler ebenso am Stephansplatz, wie die ultralinke Jugendgruppe "Revolution" - allerdings handelt es sich um zwei verschiedene Veranstaltungen. Erst ab 10 Uhr demonstriert die ÖVP-nahe Schülerunion vor dem Parlament. Autofahrer müssen bis Mittag mit Sperren des Rings rechnen.

Während die Schüler nun also die Straßen erobern, wurde der Streit an einer anderen Front beigelegt: Die Bundesschülervertretung hat den Pisa-Boykott für beendet erklärt. Damit ist die Klage des Bildungsinstituts Bifie gegen die Schülerunion vom Tisch.

Der Boykott war ursprünglich aus Solidarität mit den Lehrern begonnen und dann wegen der Streichung der schulautonomen Tage verlängert worden. Gegen diese regt sich nun auch an anderer Stelle Widerstand. Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller fordert: "Jene schulautonomen Tage, die vom Land festgelegt werden können, müssen bleiben." Diese seien gerade in touristischen Gegenden wichtig.

Freiwillige Fördertage

Unterrichtsministerin Claudia Schmied hat unterdessen nach Gesprächen mit Eltern- und Schülervertretern angekündigt, dass die Freitage nach Christi Himmelfahr und Fronleichnam - auf diese Zwickeltage werden häufig schulautonome Tage gelegt, um das Wochenende zu verlängern - künftig "freiwillige Fördertage" sein sollen. An diesen Tagen sollen die Lehrer in der Schule anwesend sein und für individuellen Förderunterricht oder sonstige schulautonome Aktivitäten (wenn zu wenig Schüler da sind, für Fortbildung, Schulentwicklung) zur Verfügung stehen. Für Schüler ist die Anwesenheit freiwillig. Die Regelung gilt erst ab den Schuljahr 2010/11.

Die Lehrergewerkschaft reagierte übrigens ziemlich verschnupft darauf, dass sie in diese Gespräche nicht eingebunden wurde.

Durch die Abschaffung der schulautonomen Tage steigt die Zahl der Schultage in Österreich von 180 auf 185. Damit liegt Österreich im OECD- und über dem EU-Schnitt.