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Kampfzone Weihnachten

Von Edwin Baumgartner

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Wie war das mit dem "Fest des Friedens"? War da nicht was von Versöhnung, von Nächstenliebe, von Eintracht? Die Sozialen Plattformen lassen das im Moment nur peripher ahnen. Kampfzone Weihnachten - das trifft es!

Auf den Sozialen Plattformen nämlich haben Kampfweihnachtler im Moment nur ein Thema: Welcher Laden aus welchem Grund keine Weihnachtswaren anbietet oder keine Weihnachtsdekoration hat. Ist der Ladeninhaber Jude, Zeuge Jehovas, Buddhist oder Zoroastrier, erhält er Absolution. Das lassen die Kampfweihnachtler durchgehen.

Muslime gehören in eine andere Kategorie. Da wagt es zum Beispiel ein muslimisches Kaufhaus in Dortmund, angesiedelt in einem überwiegend muslimisch besiedelten Stadtteil, keine Weihnachtswaren anzubieten. Der "Bild" war die Lappalie einen Artikel wert. Den konnten die Kampfweihnachtler gerade noch ein paar hundert Mal teilen und twittern, ehe sie schnappatmend zusammensackten: Der Islam verdrängt Weihnachten. Demnächst ruft der Imam vom Turm des Aachener Doms.

Muslime haben also Weihnachten zu feiern. Sonst kommt der Kampfweihnachtler über sie mit weihnachtlichem Zorn. Krieg statt Krippe ist die Devise.

Würden die Muslime Weihnachten feiern, könnte man ihnen natürlich vorwerfen, sich in die schönsten christlichen Bräuche zu drängen. Demnächst würde dann wohl der Imam vom Turm des Aachener Doms rufen.

Unterm Strich ruft also, ganz egal, was Muslim tut, der Imam vom Turm des Aachener Doms.

Waren das vernünftige Zeiten, als man am 25. Dezember ganz friedlich Sol Invictus feierte ...!