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Kampusch: "Verdacht nicht ohne Grund"

Von Christian Rösner

Politik

Adamovich geht von neu aufgetauchten Fakten in der Causa aus.


Wien. Der Entführungsfall Kampusch kocht immer wieder hoch. Nachdem der Vorsitzende des Kampusch-Unterausschusses Werner Amon nun ebenfalls die Einzeltätertheorie in Frage gestellt hat - und sich damit zu den Zweiflern wie etwa Ex-OGH-Präsident Johann Rzeszut oder Ex- VfGH-Präsident Ludwig Adamovich gesellt - gab es am Mittwoch eine weitere aufsehenerregende Meldung im Zusammenhang mit der Causa: Ein Polizist, der auch FPÖ-Funktionär ist, soll versucht haben, ohne Ermittlungsauftrag DNA-Proben von einer Volksschülerin zu erlangen, um einem Gerücht nachzugehen. Der Mann soll bei der Einvernahme auch schon den Auftraggeber für die Aktion genannt haben, hieß es.

Adamovich wollte am Mittwoch die jüngsten Ereignisse zwar nicht kommentieren - er räumte allerdings ein, dass alles, was hier geschieht, nicht ohne Grund passieren dürfte: "Der Vorsitzende des Kampusch-Unterausschusses muss ja Gründe haben, warum er sich in diese Richtung geäußert hat." Der umfangreiche Bericht der Staatsanwaltschaft Innsbruck allein könne nicht der Grund dafür sein - "da muss schon irgendetwas anderes gewesen sein. Was das war, weiß ich nicht", so Adamovich zur "Wiener Zeitung".

Dass sich unterdessen der Präsident der Opferschutzorganisation "Weißer Ring", Udo Jesionek, gegen das Wiederaufrollen des Falls ohne neue Beweise ausgesprochen hat, zeige deutlich "das bestehende Spannungsverhältnis zwischen Opferschutz und objektiven Rechtswidrigkeiten von irgendwelchen Vorgängen". Adamovich wolle sich aber nicht mehr ins "Getümmel" stürzen. "Ich habe seinerzeit gewisse Fragezeichen aufgestellt und wie man sieht, bin ich nicht der Einzige. Konfliktträchtig ist die Sache auf alle Fälle. Aber das haben jetzt andere in der Hand."