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Kann ein Urlaub auch zu lang sein?

Von Bernhard Baumgartner

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Man braucht keine Studien, um zu sehen, dass der Trend zu langen Urlaubsreisen schon lange vorbei ist. Waren früher drei Wochen Standard, ist heute schon zwei Wochen für eine Reise recht viel. Woran das nun im Detail liegen mag, darüber kann man spekulieren. Da spielt wohl der Faktor Geld sowie das Gefühl, am Arbeitsplatz nicht allzu entbehrlich sein zu wollen, eine Rolle.

Wer für allfällige Diskussionen über die Länge des anstehenden Urlaubs wissenschaftlich gewappnet sein will, dem hilft ein Expertenstatement. Gerhard Blaschke, Urlaubsforscher vom Zentrum für Public Health der MedUni Wien, meint, die ideale Länge für den Urlaub gefunden zu haben: Sieben bis zehn Tage rät der Experte: "Da stellt sich der optimale Erholungseffekt ein. Danach ist kein Erholungszuwachs mehr zu erwarten." Daher sein Tipp: Lieber dreimal eine Woche auf Urlaub fahren als einmal drei Wochen.

Aus psychohygienischen Gründen rät Blaschke dazu, das Mobiltelefon und den Laptop im Urlaub für berufliche Angelegenheiten nicht einzuschalten. "Das mentale Abschalten können ist der entscheidende Punkt für einen erfolgreichen Urlaub."

Dass die Urlaubszeit der beste Nährboden für partnerschaftliche Konflikte sei, kann der Urlaubsexperte nicht bestätigen. Die Zeit sei eher förderlich, weil man sich mehr miteinander beschäftige. Dass dies nicht immer förderlich sein muss, zeigen jedoch die Scheidungszahlen, die gerne nach Weihnachtensurlauben ansteigen. Da wird manchen schon eine Woche mit dem Partner zu lang - und der Urlaubseffekt beginnt, wenn wieder gearbeitet wird.