Zum Hauptinhalt springen

Kapitalmärkte sind im Umbruch

Von Rosa Eder

Wirtschaft

Wertpapierkunden sind dank Internet immer besser informiert und profitieren zunehmend von günstigen Handelsformen. Welche neuen Herausforderungen sich dadurch für die Fondsmanager stellen, ist eines von vielen Themen beim 6. Internationalen Finanz- und Wirtschaftsforum (ifw) Wien.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 23 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Das Forum startet heute mit einem Vortrag von Reto Francioni, Ex-Vorstand der Deutschen Börse AG und Vorstandssprecher der ConSors Discount-Broker AG, und endet morgen Nachmittag mit einer hochkarätig besetzen Diskussion über die EU "im Spannungsfeld zwischen interner Reform und externer Erweiterung". Als Referenten konnte der Initiator und Leiter des ifw, Reinhard O. F. Hummel, unter anderem Finanzminister Karl-Heinz Grasser, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, Nationalbankgouverneur Klaus Liebscher und IV-Generalsekretär Lorenz Fritz gewinnen.

Erich Obersteiner, Vorstandsmitglied der Wiener Börse AG, wird über die Newex, das jüngste Kind von Wiener und Frankfurter Börse, sprechen. Sein Vorstandskollege Stefan Zapotocky sagte gestern in einer Pressekonferenz, Österreich werde mit der Newex an die internationalen Aktienmärkte herangeführt.

Kapitalexport muss gestoppt werden

Zapotocky verwies auf den aus seiner Sicht "ungeheueren" Kapitalexport aus Österreich, der sich nach seinen Schätzungen auf netto "weit über 10 Mrd. Euro" belaufe. Mit der Newex, an der mit westlichen Methoden Ost-Aktien gehandelt werde, gewinne die Wiener Börse an Attraktivität. Zapotocky: "Wir wollen die bestmögliche internationale Handelsplattform bieten." Es gelte nun, auch die Fonds und Pensionskassen dazu zu bringen, dass sie verstärkt in den heimischen Aktienmarkt investieren. "Eine Hausaufgabe können wir uns aber nicht ersparen", betonte Zapotocky. Die Nachkriegszeit sei von einer Politik der geförderten Kredite geprägt gewesen, die Unternehmer bräuchten aber mehr Eigenkapital. Helmut Longin vom Aktienforum brach eine Lanze für den Wiener Aktienmarkt. "Wir haben sämtliche Regeln, die ein internationaler Finanzmarkt benötigt", sagte er im Rahmen des Pressegesprächs.